“Ich bin sehr erleichtert”
Lohn SH hat dafür gestimmt, den Wasserpreis zu verdoppeln
Die Gemeinde Lohn in Schaffhausen wollte den Wasserpreis um mehr als 100 Prozent erhöhen. Dann hielt die Bevölkerung das Referendum ab. Am Sonntag wurde darüber abgestimmt.
Die Gemeinde Lohn wollte den Preis für einen Kubikmeter Wasser von 1.50 auf 3.20 Franken erhöhen. Das löste Wut in der Bevölkerung aus. Es wäre dann der höchste Wasserpreis der ganzen Schweiz geworden.
Lohner Georg Freivogel (70) nahm das Volksbegehren gegen die drastische Erhöhung auf. Deshalb gingen Lohns Nachbarn am Sonntag zur Wahl – und lehnten die geplante Preiserhöhung mit einem klaren Nein ab.
„Eine Frage des gesunden Menschenverstandes“
Das Ergebnis der Abstimmung war 271 Gegenstimmen und 48 Ja-Stimmen. Von den 529 Gemeindewählern gingen 351 zur Wahl. 32 Stimmzettel waren leer oder ungültig.
Georg Freivogel freut sich über das Ergebnis der Abstimmung: „Ich bin sehr erleichtert. Es war offensichtlich, dass mit dem Budget etwas nicht funktioniert.
Dass das Ergebnis so eindeutig ausfallen würde, hätte der Rentner nicht gedacht. “Als mich mein Partner beim Mittagessen fragte, wie die Abstimmung verlaufen würde, sagte ich: ‘Ich weiß es nicht.'” Lohner unterstützte die gesamte Abstimmung vom Sonntag.
Die Preiserhöhung ist noch nicht vom Tisch
Lohns Bürgermeister Andreas Ehrat wird mit dem Ausgang wenig zufrieden sein. Vor der Abstimmung sagte er: “Ich finde es tragisch, eine so große Behauptung über eine Grundversorgung wie Wasser aufzustellen.” Die Mehrkosten wären seiner Ansicht nach eingespart worden, wenn er einmal im Jahr weniger gegessen hätte.
Mit dem klaren Nein ist die Wasserpreiserhöhung in Lohn aber nicht vom Tisch. „Ich kann verstehen, dass Sie den Preis erhöhen wollen“, erklärt Freivogel, „wenn Sie nachweisbare Mehrkosten haben müssen. Diese Erhöhung darf aber nur moderat ausfallen und sollte auch nachvollziehbar sein.“ Lohner glaubt jedoch nicht, dass der Preis in diesem Jahr noch einmal steigen wird.
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