Löscharbeiten beginnen am dritten Tag, derzeit keine Evakuierungen

Waldbrand in Potsdam-Mittelmark: Löscharbeiten in Treuenbrietzen beginnen am dritten Tag; derzeit gibt es keine Evakuierungen

Bild: DPA / Paul Zinken

In der Nacht hat sich das Feuer bei Treuenbrietzen erneut auf neue Waldgebiete ausgebreitet, das Feuer breitete sich immer wieder über 100 Hektar aus. Die Feuerwehr versucht zu verhindern, dass sie hinter die gesperrte Bundesstraße 102 gelangen.

Am dritten Tag beginnen die Waldbrandbekämpfungsarbeiten in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark). Evakuierungen sind derzeit nicht erforderlich. Das teilte das Lagezentrum der Polizei am Sonntagmorgen im rbb mit. Diese Entscheidung wurde wegen nachlassender Winde über Nacht getroffen, sagte er.

Für das Gebiet wurde am Samstagabend Katastrophenalarm ausgegeben. Der Landkreis hatte mitgeteilt, dass aufgrund der Rauchentwicklung die Evakuierung des Ortsteils Tiefenbrunnen von Treuenbrietzen vorbereitet werde.

Nachts rund 400 Einsatzkräfte vor Ort

Allerdings breitete sich das vom Waldbrand betroffene Gebiet in der Nacht zum Sonntag aus. „Ein Hubschrauber hat das Gebiet vermessen. Jetzt sind etwa 100 bis 110 Hektar betroffen. Das Feuer hat sich nach Osten/Südosten ausgebreitet“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Allerdings hat die Intensität der Flammen abgenommen.

Die Bundesstraße 102 markiert daher eine von der Feuerwehr verteidigte Grenzlinie. Das Feuer konnte sich nicht über die gesperrte Straße hinaus ausbreiten. Die Einsatzkräfte sind besorgt über die Wettervorhersage für Sonntagnachmittag. „Es kann zu Böen und Windböen kommen“, sagte der Sprecher.

Wie der Kreissprecher Potsdam-Mittelmark, Kai-Uwe Schwinzert, dem rbb am Sonntagmorgen sagte, waren über Nacht rund 400 Einsatzkräfte im Einsatz. Am Morgen sei mit leichter Entspannung zu rechnen, da der Wind nachgelassen habe und das Feuer nicht mehr so ​​stark zunehme, erklärte Schwinzert. Das hilft den Rettungskräften.

Der Wald ist voller Munition

Das Feuer war am Freitagnachmittag ausgebrochen und hatte sich auf etwa 60 Hektar ausgebreitet. Am Samstag wurden die Flammen vorübergehend gelöscht, bevor sie am Abend wieder auftauchten und sich das Feuer weiter ausbreitete.

Löscharbeiten sind äußerst schwierig. Der betroffene Wald ist mit Munition kontaminiert und die Feuerwehr kann nicht sicher darauf zugreifen. Die Flammen waren am Freitag zu hören. Feuerwehrleute aus vier Landkreisen sind im Einsatz.

Auch die Bundeswehr hilft mit einem Transporthubschrauber bei der Bekämpfung des Waldbrandes. Die Air Force schrieb auf Twitter etwa 40.000 Gallonen Wasser in acht Umläufen. Der Landkreis habe ein Amtshilfeersuchen zur Bekämpfung des Waldbrandes gestellt, sagte er.

Die Telekom will mit einem mobilen Übertragungsstick die Kommunikation zwischen Rettungsdiensten verbessern.

Das Waldgebiet brannte 2018 tagelang

In allen Landkreisen Brandenburgs galt am Samstag, 5., die höchste Waldbrandgefahrenstufe. In Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming mussten Feuerwehrleute zu mehreren größeren Waldbränden ausrücken, auch in Jühnsdorf brannte eine Werkskompostierung. Auch kleinere Brände wurden vielerorts gemeldet.

2018 wurden bei einem Waldbrand in Treuenbrietzen rund 400 Hektar Wald zerstört. Die Flammen verwüsteten mehrere Tage lang den Wald im Südwesten Berlins. Aufgrund des Großbrandes mussten mehr als 500 Menschen die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen verlassen.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 19. Juni 2022, 19.30 Uhr

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