Luftalarm in Kiew kurz nach Ankunft von Scholz, Draghi und Macron

Zahlreiche EU-Führer, darunter Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), haben das von Russland besetzte Land bereits besucht. Allerdings ist es der erste Besuch von Scholz, Macron und Draghi. Die deutsche Bundeskanzlerin stand intern unter massivem Druck, in die Ukraine zu reisen. Allerdings hatte er betont, dass er sich Sorgen um den Inhalt mache.

“Ich werde mich nicht einer Gruppe von Leuten anschließen, die etwas für ein Ein- und Ausstiegsfoto-Shooting tun. Aber wenn sie es tun, ist es immer eine sehr spezifische Sache”, sagte Scholz, der später auch mit Selenskyj auf dem G7-Gipfel sprach Juni nach Oberbayern eingeladen.

Empfehlungen zur Beantragung der EU-Mitgliedschaft

Die Reise findet einen Tag vor der lang erwarteten Empfehlung der Europäischen Kommission zum Beitrittsantrag der Ukraine statt. Es wird erwartet, dass die Brüsseler Behörden vorschlagen werden, der Ukraine den EU-Kandidatenstatus zu verleihen. Um darüber zu entscheiden, findet nächste Woche ein EU-Gipfel in Brüssel statt. Mehr als drei Monate nach Kriegsausbruch kämpfen die EU-Staaten um den Zusammenhalt gegen den Aggressor Russland.

Ende Mai einigte man sich jedoch nach wochenlangen Kämpfen auf ein sechstes Sanktionspaket, darunter ein Ölembargo.

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, forderte Scholz in einem Zeitungsinterview auf, bei seinem Besuch in Kiew weitere Waffenlieferungen zu versprechen. Konkret solle es grünes Licht für die angeforderten 88 Kampfpanzer Leopard 1 und 100 Schützenpanzer Marder geben, die der Rheinmetall-Konzern sofort liefern könne, sagte Melnyk der Rheinischen Post. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht sagte bei einem Treffen mit Nato-Kollegen in Brüssel, Deutschland könne im Juli oder August drei zugesagte Mehrfachraketenwerfer nach Kiew liefern.

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