Luzern: SP will unbedingt Wohnungen für Obdachlose

Gepostet am 21. Juli 2022, 4:34 Uhr

Luzern: SP will unbedingt Wohnungen für Obdachlose

Per Postulat fordert die SP-Fraktion ein Pilotprojekt mit dem „Housing First“-Ansatz. Das bedeutet, dass Obdachlose bedingungslos eine Wohnung erhalten; andere Städte machen damit bereits sehr gute Erfahrungen.

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Die Notunterkunft in Luzern. Die SP reklamiert jedoch Obdachlosenwohnungen in der Stadt Luzern.

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Anders als andere Unterkünfte wie hier die Notunterkunft ist der „Housing First“-Ansatz an keine Auflagen geknüpft.

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Claudio Soldieri ist SP-Rat und Erstunterzeichner des an den Luzerner Stadtrat gerichteten Postulats.

SP Schweiz

Obdachlose gehören zu den schwächsten Gruppen der Gesellschaft. Viele sind körperlich, seelisch und sozial krank oder krank und haben oft nur sehr wenige Möglichkeiten, sich selbst zu helfen.

“Wohnen ist kein Einkommen.”

Herausgeber der Publikation „Housing First“

„Wenn Wohnen ein Menschenrecht ist, sollte es nicht mit einer Belohnung für den Verzicht auf Suchtmittel oder für die Zustimmung zu einer (psychologischen oder psychiatrischen) Behandlung gleichgesetzt werden. Wohnen ist weder ein Verdienst, noch hängt es vom Nachweis ab, dass man darauf vorbereitet ist“, schreiben die Autoren der Publikation „Housing First“.

SP fordert Housing First für Luzern

In einem Postulat fordert die SP Luzern nun den Stadtrat auf, ein Pilotprojekt mit dem «Housing First»-Ansatz zu entwickeln und umzusetzen.

„Housing first“ ist ein radikaler Systemwechsel im Umgang mit Obdachlosigkeit. In anderen stationären Programmen müssen Betroffene oft auf Medikamente verzichten, an Behandlungen teilnehmen oder an einer externen Tagesstruktur teilnehmen. Dies ist in der Praxis oft nicht zielführend. Beim „Housing First“-Ansatz hingegen ist eine Wohnung nicht an Bedingungen gebunden. Stattdessen soll Obdachlosen zunächst eine eigene Wohnung als Basis gegeben werden, damit sich ihre allgemeine Wohnsituation langfristig stabilisieren kann.

“Housing First könnte für viele Menschen ein Neuanfang sein, um ihr Leben zurückzuerobern.”

Claudio Soldieri, Stadtrat der SP

„Menschen ohne festen Wohnsitz und ohne Wohnung können sich beispielsweise nicht bei der Krankenkasse, dem Rathaus oder anderen Diensten anmelden. Dadurch verlieren sie den Zugang zu einem normalen Leben. Der «Housing First»-Ansatz könnte für viele Menschen ein Neuanfang sein, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen», sagt Claudio Soldieri, SP-Ratsmitglied und Erstunterzeichner des Postulats.

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Die Belastung der Allgemeinheit soll sinken

Tests in anderen Städten zeigen, dass der Wohnansatz zuerst Menschen erreicht, die herkömmliche Dienste nicht erreichen können. In der Schweiz wird Housing First in Basel-Stadt bereits erfolgreich umgesetzt. Die Heilsarmee hat Ende 2021 insgesamt 19 Menschen begleitet, von denen mittlerweile 13 eine eigene Wohnung gefunden haben, zehn davon über Housing First.

Ein Pilotprojekt in Wien zeigte, dass 98 % der 131 beteiligten Personen stabil in ihrer Wohnung lebten. Der Gesundheitszustand der meisten Bewohner hat sich verbessert und sogar eine beträchtliche Anzahl hat Arbeit gefunden.

Claudio Soldieri ist von den positiven Beispielen anderer Städte überzeugt: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kosten gesenkt werden können. Es gibt weniger Polizeieinsätze, geringere Gesundheitskosten. Es zahlt sich direkt für die Menschen und langfristig für die Gesellschaft aus.“

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