Mali versucht, die Bundeswehr außer Landes zu drängen

Die Bundeswehr steht zunehmend unter dem Druck der malischen Militärregierung und hat zunehmend Schwierigkeiten, das UN-Mandat des Bundestages zu erfüllen. Auch der Verteidigungsausschuss des Bundestages hat sich am Mittwoch in einer Sondersitzung mit der Lage des deutschen Kontingents der internationalen MINUSMA-Mission in dem westafrikanischen Land befasst. Seit Monaten schränkt das Regime von Putschisten Assimi Goïta die Bewegungs- und Handlungsfreiheit der Bundeswehr und anderer Staaten ein, die zur Stabilisierung des Landes und zur Unterstützung der Regierung im malischen Bamako eingesetzt werden.

Claudia Brüll

Politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

Kürzlich teilte die malische Regierung dem zivilen Betreiber des Flughafens Bamako mit, dass alle ausländischen Soldaten das Gelände verlassen sollen. In einem Schreiben des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur vom Dienstagabend heißt es, der Betreiber habe gegen eine Vereinbarung verstoßen, als er ein „Hotel mit unterschiedlichen Annehmlichkeiten“ für ausländische Streitkräfte baute.

Russische Söldner der „Wagner Group“

“Dieser Umstand birgt Risiken für die innere und äußere Sicherheit des Staates und stellt eine Verletzung seiner vertraglichen Pflichten dar.” Die Flughafengesellschaft kann nur „Büros, Hangars und Transitwege“ zur Verfügung stellen. Ausländische Streitkräfte sollten innerhalb von 72 Stunden am Dienstag dieser Woche abziehen. Bisher wird das Flughafenhotel hauptsächlich von der Bundeswehr als Durchgangslager genutzt, um von dort zum Hauptstützpunkt in Gao zu reisen. Auch etwa 60 Soldaten seien betroffen, teilte das Einsatzkommando mit. Sie versuche, durch „Gespräche auf allen Ebenen“ eine möglichst schnelle Klärung und Lösung der Situation zu erreichen.

Goita, ein Oberst der malischen Armee, übernahm im Frühjahr 2020 die Macht und überredete Frankreich im vergangenen Jahr, sich vollständig aus Mali zurückzuziehen. Gleichzeitig lud das Bamako-Regime russische Truppen nach Mali ein, darunter nach Angaben der Bundesregierung russische Söldner der sogenannten „Wagner-Gruppe“. Aufgrund dieser Aktivitäten wurde die europäische UM-Ausbildungsmission im Land bereits ausgesetzt. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte bereits mehrfach angekündigt, dass der Abzug des deutschen Kontingents unter diesen Umständen unausweichlich sein könnte.


Malis Militärregierung hat seit der Machtübernahme Verbündeten der früheren Regierung den Rücken gekehrt. Die tiefe Zerrissenheit mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich war offensichtlich nur der Anfang. Nun wollen offenbar auch die Machthaber in der malischen Hauptstadt Bamako die UN-Friedensmission MINUSMA außer Landes bringen. “Es sieht so aus, als ob Mali versucht, Deutschland und andere westliche Truppensteller mit immer neuen Restriktionen und Schlägen zum Abzug zu bewegen”, sagt Ulf Lässing, Leiter des Sahel-Programms der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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