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Am Donnerstagabend wird es ernst für die Nati: Gegen die USA spricht viel für den Viertelfinal-Erfolg der Schweizer.
Bildunterschrift: Führt die Schweiz zum zweiten Mal ins WM-Halbfinale? Patrick Fischer. Urs Lindt / cooler Ansatz
Anders als in den meisten Vorjahren geht die Schweiz dieses Jahr nicht als Konkurrent, sondern als Favorit ins Viertelfinale der WM. Nach dem, was sich in der Vorrunde gezeigt hat, muss klargestellt werden: Ein Scheitern der Nati gegen diese Amerikaner wäre ein herber Rückschlag. Allein das zeigt, wie sehr die Ansprüche an die Schweizer gestiegen sind: Das gilt sowohl für die Fans als auch für die Spieler und den gesamten Kader.
Schweiz – USA live auf SRF
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Das Viertelfinale zwischen der Schweiz und den USA können Sie am Donnerstag ab 19 Uhr live auf SRF zwei und live in der Sport-App verfolgen. Das Spiel beginnt um 19.20 Uhr und wird auch live auf Radio SRF 3 übertragen.
Aber wenn die Auswahl an diesem Donnerstagabend in Helsinki wieder auf das Niveau der Gruppenphase zurückkehrt, gibt es viele Gründe, optimistisch zu sein. Wir haben uns für 4 entschieden.
1. Größere Erfahrung
Wie bei Weltmeisterschaften fast üblich, gibt es im amerikanischen Team einige junge Talente, die sich im Ausland erst noch beweisen müssen. Insgesamt bringen ihn die aktuellen amerikanischen Spieler nur zu 137 WM-Spielen.
Bei den Schweizern ist das ganz anders. Nur 5 der 25 Spieler der Schweizer Nationalmannschaft (Tristan Scherwey ist inzwischen verletzungsbedingt ausgeschieden) treten in ihren ersten Kämpfen um den WM-Titel in Finnland an. Allerdings verfügen die Schützlinge von Trainer Patrick Fischer über die Erfahrung von 554 WM-Spielen. Allein der Rekord von Andres Ambühl weist 122 WM-Teilnahmen auf.
Erwähnenswert ist auch, dass die Bedeutung einer Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz deutlich grösser ist als in den USA, wo der Fokus klar auf den NHL-Playoffs liegt. Auch beim Thema Mehrverdienen dürfte die Schweiz Vorteile haben.
2. Sonderausstattung
Wie immer in den Playoffs könnten Special Teams das Zünglein an der Waage sein. Und die Schweiz erweist sich im bisherigen Turnierverlauf als deutlich stärker als die USA. Mit 8 Toren in 22 Verlängerungen (36,36 %) stellt die Mannschaft die stärkste Mannschaft der 16 WM-Teilnehmer. Bei den Amerikanern hingegen funktioniert das Mehrheitsspiel bisher nicht optimal. Nur die ausgeschiedenen Franzosen (12,5 %) und der Absteiger Großbritannien (11,11 %) haben eine noch geringere Erfolgsquote als die USA (19,23 %).
Amerikaner sind viel besser, wenn es um Boxplay geht. Zahlenmäßig niedriger kassierten die Vereinigten Staaten in den vorangegangenen 7 Spielen nur 4 Gegentore und haben eine gute Elfmeterquote von 85,19 Prozent. Daher wird es für die Schweiz keine leichte Aufgabe, im Machtspiel zu bestehen. Aber das Gleiche gilt für die Amerikaner, denn die Nati hat ein noch besseres Shorthand-Verhältnis (92,31 %).
3. Geteilte Verantwortung
Fischer hat im bisherigen Turnierverlauf immer auf mindestens 7 Verteidiger gesetzt und damit die Verantwortung auf viele verschiedene Schultern verteilt. Kein Schweizer Spieler stand in einem Match länger als 25 Minuten auf dem Eis. Bei den Amerikanern ist das anders.
Chicago Blackhawks Teamkollege Philipp Kurashev Seth Jones kam in 2 Spielen über 30 Minuten zum Einsatz. 34:37 Minuten Eiszeit hatte der Verteidiger beim 3:2 nV der USA gegen Schweden. Nate Schmidt, der die zweitschnellste Zeit des Spiels hatte, hatte einen guten Lauf in der zweiten Halbzeit. Der amerikanische Trainer David Quinn spielte in den letzten 3 Gruppenspielen mit nur 5 Verteidigern.
4. „Heimvorteil“
Nicht zu unterschätzen ist auch, dass die Schweiz am Mittwoch den Tag nicht ohne Wanderspiele verbringen musste. Dank der tadellosen Vorrunde mit 7 Siegen in 7 Spielen und Platz eins in der Gruppe kann die Nati auch ihr Viertelfinale in Helsinki bestreiten. Die USA mussten als Tabellenvierter ihrer Vorrundengruppe von Tampere in die finnische Hauptstadt wechseln. Das bedeutet auch: neue Kabine, neues Eis, neue Atmosphäre.