Eigentlich wollte Martin Hinteregger seine Karriere bei der Eintracht beenden, nun hat der Klub den Spieler in den sozialen Medien gefeuert.
Martin Hinteregger erklärte, seine Karriere als Profifussballer habe mit einer Explosion geendet. Bundesligist und Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt hat die Entscheidung des 29-Jährigen bekannt gegeben. Das teilte der Verteidiger dem Vereinsvorstand am Donnerstag in einem persönlichen Gespräch mit. Hinteregger bat deshalb um sofortige Entlassung aus seinem bis Juni 2024 laufenden Vertrag.
Der Vertrag sei daher „nach intensiven Gesprächen mit dem Spieler und seinem Berater Christian Sand sowie nach Rücksprache mit Cheftrainer Oliver Glasner“ ausgesetzt worden, hieß es in der Mitteilung. Hinteregger begründete seine Entscheidung. Das war schon lange in ihm gereift.
„Im vergangenen Herbst hatte ich die ersten Gedanken, nach der Saison aufzuhören. Ich war sportlich in einer schwierigen Phase: Meine Leistung war schwankend Frühling und unsere gemeinsamen Erfolge in der Europa League haben mich noch mehr motiviert, mich von einem großen sportlichen Erfolg zu verabschieden“, sagte Hinteregger entsprechend. „Ich habe mich über den Sieg in der Europa League so sehr gefreut, weil ich wusste, dass es meine letzte große Siegesfeier mit den fantastischen Fans dieser Stadt sein würde, die zu meiner zweiten Heimat geworden ist.“
Eintracht-Sportdirektor Markus Krösche meldete eine “unerwartete” Entscheidung. „Aber er hat uns seine Perspektive und seine Beweggründe auf beeindruckende und überzeugende Weise erläutert. Daher gab es keinen Zweifel daran, diesen sportlich schmerzhaften, aber menschlich nachvollziehbaren Wunsch zu erfüllen.“
Eigentlich war das Thema der Anlass für den „Hanti-Cup“.
Eigentlich sollte Hinteregger mit dem Vorstand sprechen, um eine Sache zu besprechen, die seit Wochen raucht. Kürzlich brauchte der Kärntner in den Medien eine Erklärung für seine Geschäftsbeziehung mit dem ehemaligen FPÖ-Landesrat Heinrich Sickl. Der Verteidiger beendete die Beziehung und distanzierte sich von rechts, irritierte die linken Eintracht-Fans aber mit Aussagen.
„Mein ‚Hinti-Cup‘, den ich mit Herzblut und gutem Gewissen gefeiert habe, hat in den letzten Wochen einiges an Anlass zu Problemen gegeben, deren Tragweite mir erst später klar geworden ist.“ Emotional, vielleicht gedankenlos „Ihre Worte haben mich irritiert, dafür möchte ich mich entschuldigen“, sagte Hinteregger. Er bedauert dies. „Um es ganz klar zu sagen, ich verurteile rechte, intolerante und menschenverachtende Ideen auf das Schärfste. Jeder, der mich kennt, weiß das“, sagte Hinteregger.
Herausragend ist der Europapokalsieg mit Frankfurt
Hinteregger spielt seit Januar 2019 für die Eintracht. Zunächst für sechs Monate ausgeliehen, bevor ihn Frankfurt zum FC Augsburg verpflichtete. Hinteregger hatte immer gesagt, er sehe seine Zukunft in Frankfurt. 138 Pflichtspiele bestritt er für „Adler“ und galt aufgrund seiner zugänglichen Art als Publikumsliebling. 2019 erreichte er mit der Eintracht das Halbfinale der Europa League, dieses Jahr sah er, wie er verletzungsbedingt den Titel von der Tribüne holte. Beim 67. Länderspiel-Coup verlor Österreich zuletzt auch sein League-of-Nations-Spiel unter dem neuen Teamchef Ralf Rangnick.
Für Krösche verdiene Hintereggers Schritt “Respekt und Anerkennung”. Über die Zukunft Kärntens bei den Hessen war jedenfalls viel spekuliert worden. Hinteregger sagte kürzlich, er wolle seine Karriere bei der Eintracht beenden; Es war erstaunlich, dass dies bereits geschah. Auch im Spätherbst und in diesem April ist der Verein zweimal auf Hinteregger zugekommen, um ihn zu bitten, die Kassen zu füllen. Hinteregger selbst hat es kürzlich veröffentlicht, was auch den Vereinschefs nicht gefiel.
(APA)