Massive Erhöhung des Erdgaspreises

Geschäft

Nach steigenden Strompreisen hat die Kelag auch die Erdgastarife angehoben. Der Kärntner Energieversorger argumentiert mit den Turbulenzen auf den internationalen Energiemärkten und der damit verbundenen Vervierfachung der Großhandelspreise. Langfristig empfiehlt es sich, auf „erneuerbare Energien“ umzusteigen.

13.07.2022 11.59

Online ab heute, 11.59 Uhr

Kärntens Energieversorger Kelag hat im November den Preis für den Erdgasverbrauch für Privat- und Kleingewerbekunden auf 9,87 Cent netto pro Kilowattstunde angehoben. Rund 7.000 Kärntner Erdgaskunden werden in den kommenden Wochen über die nächste Änderungsmitteilung informiert. Der neue Preis ist etwa eine Verdoppelung der bisherigen Preise.

Die Kelag kündigt die Verträge von 7.000 Kunden

Die Kelag bietet ihren Erdgaskunden ab dem 1. November neue Verträge an. Dies gilt für Privat- und Gewerbekunden. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden Erdgas fallen je nach bisherigem Tarif monatliche Mehrkosten von bis zu 92 Euro inkl. MwSt. an. Diese ist laut Kelag an eine Preisgarantie bis zum 30. April gebunden. Die Preise anderer Anbieter würden bereits auf diesem Niveau liegen. Die Gäste werden in den kommenden Wochen schriftlich benachrichtigt.

Inklusive der Anhebung zum Jahresanfang betragen die Gasnebenkosten für ein Einfamilienhaus 1.200 Euro pro Jahr. Auch die öffentlichen Dienstleistungen haben zugenommen, mit jährlichen Mehrkosten von rund 250 Euro.

Es wird empfohlen, auf „erneuerbare Energien“ umzusteigen.

Mittelfristig empfiehlt die Kelag ihren Erdgaskunden nicht nur aus Kostengründen und im Kontext des Ukrainekriegs, sondern auch aus Klimaschutzgründen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Alternativen sind der Anschluss an ein Fernwärmenetz oder die Installation einer Wärmepumpe. Die Kelag berät ihre Kunden dazu. Auch der Bund und das Land Kärnten fördern den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Fernwärme und Wärmepumpen und die Arbeiterkammer unterstützt den Umstieg auf eine Wärmepumpe mit einer zinslosen Erklärung. Auch die Kelag unterstützt den Wechsel mit bis zu 550 Euro.

Die FPÖ sieht die „existenzielle Bedrohung“ vieler Bürgerinnen und Bürger

Kärntner FPÖ-Präsident Erwin Angerer forderte am Mittwoch Landeshauptmann Peter Kaiser auf, unverzüglich zu handeln und „diese völlig unerträgliche Gaspreiserhöhung um 100 Prozent“ zu verhindern.

Kaiser müsse auch dafür sorgen, dass die Kelag “schreckliche Strompreise” senke. „Es kann doch nicht sein, dass das teuerste Kraftwerk, meist ein Gaskraftwerk, den Strompreis bestimmt und die Kelag hier mit ihren günstigen Wasserkraftwerken ein Vermögen macht.“

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *