Matthias Helferich: Freifahrt für das „freundliche Gesicht der Nazis“

Helferich zog in den Bundestag und ist auf dem Gruppenfoto der konstituierenden Sitzung der Fraktion zu sehen. Aber das war erstmal für ihn: Auf Druck der Gruppe erklärte er, kein Mitglied der Gruppe zu sein und scheiterte dann mit der Bitte, als Gast teilnehmen zu können.

Das Schiedsgericht folgt der Argumentation von Helferich

Helferich, ein enger Vertrauter von Alternative Junge Carlo Clemens, sagt, er habe mit seinen Äußerungen “fahrlässig” gehandelt und damit Gegnern Gelegenheit gegeben, die Partei in der “Sache Helferich” anzugreifen. Im Klartext gibt er zu, dass er leichtsinnig genug war, diese Aussagen schwarz auf weiß zu lassen, wo er doch hätte wissen müssen, dass das Internet nicht vergisst. Dafür entschuldigt er sich.

Der Landesvorstand hatte im Februar dem Antrag des Bundesvorstands zugestimmt, das Amt für zwei Jahre zu ruhen. Vor dem Schiedsgericht fing Helferichs Verteidigungslinie „Fahrlässigkeit“ auf: Helferich hat stets betont, dass er nur Beschreibungen seiner Person von links entgegennehme. In seiner Stellungnahme bezeichnete er die Wiedergabe linker Zuschreibungen als absurd, die Chat-Nachrichten seien „ironisch und teilweise geschmacklos“. Das Schiedsgericht glaubt daran: Er habe es “als Scherz gesagt, der kläglich gescheitert ist”.

Wird er zur Fraktion zurückkehren?

Nach der Entscheidung des Schiedsgerichts muss die Fraktion möglicherweise noch einmal überdenken, ob sie Helferich in ihren Reihen sehen will. Helferich selbst hat auf Facebook bereits eine Ankündigung gemacht, die er laut t-online in ganz ähnlicher Weise an die AfD-Abgeordneten im Bundestag verschickt hat. „Er wird seine ganze Energie unserer Partei, Gemeinde und Heimat widmen, hoffentlich auch künftig als Mitglied der AfD-Bundestagsfraktion.“

In der Aussage wird er durch Beschluss des Landesschiedsgerichts rehabilitiert. Dort sagt er, das Gericht sei nach umfangreichen Ermittlungen davon überzeugt, dass Helferich “fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht und auch die nationalsozialistische Ideologie zutiefst ablehnt”. Das Urteil ist bei t-online abrufbar.

Der Weg zurück in die Fraktion dürfte Helferich allerdings nicht allzu leicht fallen: Er muss laut einem Sprecher der AfD-Fraktion einen Antrag stellen, über den dann die ganze Fraktion abstimmt. „Die Aufnahme in die Fraktion kann nur über einen Antrag auf Mitgliedschaft erfolgen“, sagte der AfD-Sprecher in einer t-online-Anfrage. Ausnahmen gibt es nur bei der konstituierenden Sitzung der Fraktion zu Beginn der Legislaturperiode. Für die Zulassung genügen dann die Anwesenheit und eine mündliche Willenserklärung.

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