Mehr 34.000 € für Öl, Strom! “Der Wächter des Dorfes wird ausgelöscht”

Gastro-Präsident und Hotelier Mario Pulker zahlt in diesem Jahr weitere 34.000 Euro für Strom und Öl. „Der Dorfwirt wird bald von der Bildfläche verschwinden“, sagte er.

Die Inflationswelle trifft auch lokale Vermieter und Hotelbetreiber hart. Wachauer Restaurant- und Hotelbetreiber Mario Pulker (47), der auch Vorsitzender der Wirtschaftskammer Gastronomie und Tourismus ist, spricht eine klare Sprache: „Ich bezahle jetzt 27.000 Euro für Strom im Jahr Vor der Preiserhöhung habe ich rund 13.000 Euro bezahlt im Jahr, für einen habe ich letztes Jahr 39 Cent für einen Liter Diesel bezahlt, jetzt zahle ich 1,32 Euro pro Liter, bei einem Bedarf von 20.000 Litern pro Jahr sind das fast 20.000 Euro Mehrkosten.“

Damit zahlt der Hotelier für seinen Gastronomie- und Beherbergungsbetrieb im Kreis Melk (ca. 30 Beschäftigte) jährlich nur für Strom und Diesel rund 34.000 Euro mehr.

Auch die Einkaufspreise für Fleisch, Öl und Butter gingen durch die Decke. „100 Prozent mit Schweinefleisch oder Butter oder Ölen“, erklärt Pulker. Allerdings vermittelt der 47-jährige Gastronom den Kunden die massiven Preiserhöhungen nur sehr bedingt. Ein Schnitzel kostet bei Mario Pulker jetzt 3 Euro mehr, auch die Hähnchenbrust wurde auf drei Euro angehoben, mehr Infos hier.

„Mittelbau sinkt, mehr Dönerplätze“

„Das Problem ist, dass die Preise weiter steigen werden“, erklärt Pulker. Er selbst könnte überleben, denn er hat neben seinem Restaurant auch noch 32 Zimmer. „Ich habe Stammgäste, Urlauber und Wanderer, und so kann ich das Ende des Monats überstehen“, sagt Pulker, der asiatische Restaurants, Döner und Imbisse auf dem Vormarsch sieht, andere Gasthäuser aber sterben sieht. „Das Zentralgebäude wird komplett einstürzen. Leider werden der Dorfgasthof und der normale Gasthof nach und nach gelöscht“, warnte Pulker.

Gut bezahlte Gäste würden immer noch in Restaurants gehen, aber es sieht wenig Zukunft für Camp-Besitzer. „Man muss im Tourismus und in der Gastronomie immer auf die Region achten, man ist nah an der Gemeinde, man hat ein Mittagsmenü, wie viele Stammgäste hat man? Da sind viele Kriterien zu beachten. Bei aktueller Inflation und Preisen.“ Das kann sich ändern, weil die normalen Hoteliers im Dorf nicht genug tun können“, sagte Mario Pulker.

Jahre der Wirkung

Der Gastronomie- und Tourismuspräsident der WKO zeichnet ein düsteres Bild der nahen Zukunft: „Ein Blick in die Schweiz zeigt uns, was hier in Österreich in der jüngeren Vergangenheit schief gelaufen ist: Restaurierungsindustrie und Tourismus insgesamt werden durch die ständigen Ausgangsbeschränkungen beeinträchtigt oder negativ beeinflusst und aktuelle Preissteigerungen in den kommenden Jahren.“

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