Menschen fliehen in den wegen des Feuers evakuierten Badeort Lesbos
23.07.2022, 18:48
Auf Lesbos bricht ein Waldbrand aus, der Anwohner und Touristen in der Küstenstadt Vatera bedroht. Feuerwehr und Küstenwache bringen hunderte Menschen in Sicherheit. Unterdessen zerstören Brände auf dem griechischen Festland eines der größten Waldgebiete Südosteuropas.
Hitze und Brände machen den Menschen in Griechenland weiterhin das Leben schwer. Ein Großbrand zerstörte den Wald des Dadia-Nationalparks, eines der größten Waldgebiete Südosteuropas. Auf der Südseite der Ferieninsel Lesbos ist ein zweiter Großbrand ausgebrochen. Dort wurde eine beliebte Badestelle gereinigt. In der Küstenstadt Vatera wurden zwei Hotels und mehr als 90 Häuser evakuiert, teilte die Polizei mit. Insgesamt 450 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
Die Küstenwache hatte zuvor gesagt, sie habe den Strand evakuiert und neun Menschen, darunter fünf Ausländer, in Sicherheit gebracht. Wegen des starken Rauchs flüchteten die Menschen von Vatera an die Strände. Schiffsbesatzungen der Küstenwache brachten sie in Sicherheit, berichtete das Staatsfernsehen. Mindestens zwei Häuser in Vatera seien bei dem Brand zerstört worden, berichtete der staatliche Sender ERT. Die Feuerwehr setzte neun Flugzeuge und einen Hubschrauber zur Brandbekämpfung ein.
Das Feuer brach um 10 Uhr Ortszeit aus und breitete sich auf die Dörfer Vrisa und Vatera aus. Der Bürgermeister des westlichen Lesbos, Taxiarchis Verros, habe die Evakuierung vorsorglich angeordnet, berichtet die Nachrichtenagentur ANA.
Die Hitze soll bis Ende August anhalten
Die Situation im Naturschutzgebiet Dadia im Nordosten Griechenlands ist nach wie vor schwierig. Die Flammen zerstörten ein von zahlreichen Greifvögeln und Wildtieren bewohntes Biotop. Die Gegend ist dicht bewaldet und es gibt fast keine Straßen. Aus diesem Grund versuche die Feuerwehr mit Löschflugzeugen und Hubschraubern, die Flammen aus der Luft einzudämmen, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr am Nachmittag.
Die meisten der 86 Löschflugzeuge und Hubschrauber Griechenlands werden nach Angaben des Zivilschutzes zur Bekämpfung der Flammen eingesetzt. Auf der Halbinsel Peloponnes habe es kleinere Brände gegeben, berichtete der griechische Staatsfunk.
Dürre und hohe Temperaturen würden in den kommenden Tagen fast alle Teile Griechenlands betreffen und “die perfekte Kulisse” für neue Brände schaffen, warnten Meteorologen im Radio. Die Temperaturen in Zentralgriechenland lagen am frühen Samstagmorgen bereits bei rund 38 Grad. Anfang nächster Woche sollte es noch heißer werden, und die Hitze werde bis Anfang August anhalten, sagte er.
Hunderte von Häusern in der Nähe des Yosemite-Nationalparks bedroht
Waldbrände in Europa haben in diesem Jahr bereits mehr Land zerstört als im gesamten Jahr 2021. Laut dem European Forest Fire Information System (Effis) sind in der Europäischen Union seit Jahresbeginn 517.881 Hektar abgebrannt, also etwas mehr als 5000 Quadratkilometer. Die abgebrannte Fläche ist etwa doppelt so groß wie das Saarland.
Das sogenannte Oak Fire in Kalifornien in einer Aufnahme am Freitag.
(Bild: via REUTERS)
Unterdessen wüten auch im Westen der USA schwere Waldbrände. Ein sich schnell ausbreitendes Feuer im US-Bundesstaat Kalifornien bedroht mehr als 1.300 Gebäude. Das sogenannte Oak Fire sei am Freitagnachmittag (Ortszeit) im Distrikt Mariposa ausgebrochen und habe sich in wenigen Stunden auf einer Fläche von mehr als 17 Quadratkilometern ausgebreitet, teilte die zuständige Behörde Calfire gestern Abend mit. Die Bewohner des betroffenen Gebiets südwestlich des Yosemite-Nationalparks wurden gebeten, in Sicherheit zu bleiben.
Mehr als 380 Einsatzkräfte kämpften mit 43 Löschfahrzeugen und vier Hubschraubern gegen die Flammen. Die Brandursache ist noch unklar. Die schnelle Ausbreitung sei auf “hohe Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit und extrem trockenes brennbares Material” zurückzuführen, sagte Calfire-Sprecher Robert Foxworthy laut San Francisco Chronicle.
Für das Wochenende ist also noch nicht alles klar – am Samstagmorgen werden sehr heiße, trockene Winde erwartet, sagte Foxworthy. Der amerikanische Südwesten kämpft seit Wochen gegen mehrere Waldbrände, die nach Angaben der Behörden durch anhaltende Dürre angeheizt werden.