Merkels Urteil: „Ich empfinde keine Genugtuung“: SO reagiert Thomas Kemmerich

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Es war ein Karlsruher Hammerprozess: Angela Merkel (67, CDU) hat mit ihren Äußerungen zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen Anfang 2020 die Rechte der AfD als Kanzlerin verletzt.

Rückblick: Am 5. Februar 2020 wurde der FDP-Politiker Thomas Kemmerich (56, FDP) im Erfurter Landtag mit Hilfe von CDU und AfD überraschend zum Regierungschef gewählt. Es war das erste Mal, dass die AfD einen Ministerpräsidenten im Amt unterstützte.

Der FDP-Abgeordnete und Vorsitzende der Thüringer Landespartei hat sich in einem Exklusiv-Interview mit der BILD zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts geäußert.

► Er verspüre nach dem Urteil keine besonderen Emotionen, sagte Kemmerich am Mittwoch zu BILD. „Ich hätte mich nicht darum gekümmert, wenn es anders gelaufen wäre, deshalb verspüre ich jetzt keine Genugtuung. Das war alles vor zweieinhalb Jahren. Was heute passiert ist, ist eine juristische Interpretation des Falls. Nicht mehr und nicht weniger.”

Auf die Frage, ob er alles noch einmal so machen würde, antwortete Kemmerich: „Mit heutigem Kenntnisstand – und ja, es ist immer leichter gesagt als getan, würde man anders handeln. Ja.“ Damals seien sie berechenbar gewesen, sagen mir heute viele, aber im Moment war es dann nicht so klar.”

Es sei anzumerken, dass die AfD versuchen werde, die Demokratie mit demokratischen Mitteln zu zerstören, sagte der frühere Ministerpräsident von Thüringen. „Schon damals mit diesem falschen Kandidaten. Was ich damals gemacht habe, sollte heute anders gemacht werden.“

Für Aufsehen sorgte dann der Blumenstrauß, den Susanne Hennig-Wellsow (44, links) Kemmerich vor die Füße warf. Über den Vorfall sagte Kemmerich heute: „Es passierte innerhalb von Sekunden. Ich habe mir diese Bilder später viele Male angesehen.

Henning-Wellsow wirft Thomas Kemmerich nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten 2020 einen Blumenstrauß zu Füßen und geht Foto: dpa

Auf die Frage, ob er mit der Kanzlerin darüber gesprochen habe, verneinte Kemmerich: „Es gab so viel Aufhebens um mich, um Erfurt, um mein Haus. Dann war es genug.“

Kemmerich sagte dem Abgeordneten Björn Höcke (50, AfD): „Björn Höcke trägt ab und zu bürgerliche Klamotten, aber dann kommt der Faschismus auf den Marktplatz.“

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