Microsoft wirft dem Wiener Unternehmen vor, hinter den digitalen Diebstählen zu stecken

Microsoft-Sicherheitsexperten werfen einem Wiener Unternehmen vor, hinter einer Reihe digitaler Sicherheitslücken bei Banken, Anwaltskanzleien und strategischen Beratungsunternehmen in mindestens drei Ländern zu stecken. Das Unternehmen DSIRF habe die Spyware namens „Subzero“ entwickelt, die sogenannte Zero-Day-Exploits nutzt, um an sensible Informationen wie Passwörter oder Anmeldedaten zu gelangen, teilte Microsoft am Mittwoch in einem Blogbeitrag mit.

„Zu den bisher beobachteten Opfern gehören Anwaltskanzleien, Banken und strategische Beratungsunternehmen aus Ländern wie Österreich, Großbritannien und Panama“, heißt es in dem Artikel, ohne die Opfer zu nennen. Am Donnerstag bat die APA die Firma DSIRF (DSR Decision Supporting Information Research Forensic GmbH) und das Innenministerium um Stellungnahme.

Schwerwiegende Softwarefehler

Zero-Day-Schwachstellen sind schwerwiegende Softwarefehler, die sowohl für Hacker als auch für Spione von großem Wert sind, da sie auch bei aktueller Software funktionieren. Dem Hersteller ist die Schwachstelle noch nicht bekannt, sodass Hacker sie ausnutzen können, bevor Entwickler einen Fix finden. Der Begriff leitet sich von der Vorlaufzeit ab, die Benutzer haben, um ihre Computer zu patchen, also eine Lösung zu finden. Ein Zero-Day-Exploit ist die Technik, die verwendet wird, um die Schwachstelle auszunutzen, um ein System anzugreifen.

Einige Cybersicherheitsunternehmen entwickeln diese Tools, um sie in Verbindung mit routinemäßigen „Pentests“ oder Penetrationstests zu verwenden, um die digitale Abwehr einer Organisation gegen böswillige Angriffe zu testen. „Die Interaktion von Microsoft mit einem Opfer bestätigte, dass sie dem Einsatz von Red Teams und Malware nicht zugestimmt hatten, und bestätigte, dass es sich um nicht autorisierte Aktivitäten handelte“, sagte Cristin Goodwin, General Manager der Security Unit von Microsoft, die den von ihm verfassten Bericht an Reuters veröffentlichte.

Werbung mit Kontrolle über den Computer

Laut einer Kopie einer internen Präsentation, die letztes Jahr von der deutschen Nachrichten-Website Netzpolitik veröffentlicht wurde, wirbt DSIRF für Subzero als „Cyber ​​Warfare-Tool der nächsten Generation“, das die vollständige Kontrolle über Ihren Computer, den Standort und den Standort eines Ziels übernehmen und stehlen wird Passwörter. Auf einer weiteren Folie der Präsentation wurden verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Spyware aufgezeigt, beispielsweise im Kampf gegen Terrorismus und Menschenhandel oder in Kinderpornografie-Netzwerken.

Die Ergebnisse von Microsoft kommen, während die Vereinigten Staaten und Europa erwägen, die Regeln für Spyware-Anbieter zu verschärfen, eine schnell wachsende und schwach regulierte globale Industrie. „Diese Branche scheint zu gedeihen“, sagte Shane Huntley, Senior Director der Bedrohungsanalysegruppe von Alphabet, am Mittwoch vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses.

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