Immer wieder werden Schweizer Bancomaten gestohlen. Ein Dieb rechtfertigt den Raub, die Migros kontert.
Manchem zu verlockend: automatische Auszahlung bis zu. (Symbolbild) – Schlussstein
Ankündigungen
das Wesentliche zusammengefasst
- Die Migros wird immer wieder ausgeraubt: Zwei Verbrecher wurden kürzlich in Serie entlarvt.
- Auch eine Bernerin erwischte er: Kleider aus Überzeugung, sagte er.
- Die Migros entgegnet, dass Gewinne auch im Gange fliessen.
Manchen ist die Selbstzahlung zu verlockend: Bei der Migros zum Beispiel tragen Kunden noch etwas bei sich. So wurden kürzlich zwei Personen im Aargau erwischt und mit Bussen belegt. Stimmt, die meisten Leute denken so.
Nicht so Bernerin Jana* (21): Sie gibt offen zu, ab und zu im Supermarkt geklaut zu haben, und zwar aus Überzeugung, wie sie Nau.ch erzählt.
Nicht jeder ist ehrlich, wenn er bei der Migros einkauft. Im Kanton Aargau ist es wiederholt zu Kassendiebstählen gekommen. Im vergangenen Monat hat ein Mann wiederholt Geldkassetten der Migros gestohlen. Er scannte seinen gesamten Einkauf am Geldautomaten, nahm aber einige Artikel heraus, bevor er bezahlte. 1040 Franken muss er nun bezahlen.
Seine fragwürdige Ansicht: “Meiner Meinung nach kann man Konzerne ausrauben, die viel Geld verdienen.” Beispiele sind Migros, Coop, Lidl, Aldi, Otto’s und Denner. Es würde auch Geschäfte ausrauben, die Mitarbeitern „unfaire Gehälter zahlen“.
Die Migros widerspricht der Logik von «Robin Hood».
Die Migros weiß diesem Argument etwas entgegenzusetzen: „Die ethische Haltung erinnert zwar ein bisschen an Robin Hood, aber sie irrt: Die Migros ist kein börsenkotiertes Unternehmen“, sagt Patrick Stöpper, Sprecher von Nau.ch.
Das heisst: «Die Migros kehrt ins Unternehmen zurück.» Damit könnte beispielsweise in die Entwicklung von Alternativen zu veganem Fleisch investiert werden. Die Vorteile ermöglichen aber auch die Anschaffung umweltfreundlicher Wasserstoff-Lkw.
Die Migros investiert zudem einen Teil ihres Gewinns in fortschrittliche Projekte. (Datei) – Schlussstein
«Der Kulturprozentsatz orientiert sich auch am Migros-Umsatz.» Damit wären Konzerte für ein breites Publikum möglich. „Sehen Sie, das sind alles Dinge, die einen Dienst an unseren Kunden, der Gesellschaft und der Umwelt darstellen“, sagt Stöpper.
Dem Wiederholungstäter droht eine Haftstrafe
Jana wurde neulich dabei erwischt, wie sie bei Coop Waren im einstelligen Bereich stahl. «Ich musste 50 Franken bezahlen und meine Personalien wurden erfasst. Wenn sie mich in den nächsten vier Jahren wieder beim Stehlen erwischen, sind es 100 Franken. Und ich bin vorbestraft.”
Künftig wird er deshalb nicht mehr bei Coop stehlen, verständlicherweise, denn: Das erklärt Nau.ch-Rechtsexperte Martin Steiger.
Müssen Migros-Diebe angezeigt werden?
24%
Nur wenn sie wiederholt stehlen.
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Nur wenn sie wiederholt stehlen.
10%
Nein, ich finde es übertrieben.
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Nein, ich finde es übertrieben.
Beträgt die Höhe der Straftat weniger als 300 Franken, würde die Strafe voraussichtlich eine Busse von rund 100 Franken betragen. Möglich wäre laut Steiger auch eine Bewährungsstrafe.
Nicht alle Diebe werden bestraft
Auch Jana klagt: Sie kennt andere, die ebenfalls erwischt wurden, aber die Folgen waren andere. Nau.ch kennt auch Fälle, in denen Händler mal mehr, mal weniger selbstgefällig reagiert haben.
Da ist zum Beispiel der Migros-Kunde, der einen dreistelligen Betrag kauft, aber nicht aus Versehen eine Tüte Chips scannt. Sie können nicht mehr mit dem Self-Scanning-Gerät einkaufen.
Andererseits gibt es viele Fälle, in denen die Fasern nur aufgefordert werden, den Rest im Geldautomaten zu scannen.
Weder Coop noch Migros erklären auf Anfrage warum. «Aber grundsätzlich gilt: Wenn ein Produkt nicht gescannt wurde, geht die Migros von einem Fehler aus.»
*Name geändert
Umweltdaten von Franken Denner Aldi Lidl Migros Coop