Mikl-Leitner fordert eine Diskussion über die Preisobergrenze

„Wir befinden uns in der schwierigsten Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, habe aber dennoch das Gefühl, „viele in der Politik handeln unverantwortlich“, „sie schauen nur auf sich und nicht auf das große Ganze “. „Davon sind alle Parteien in Österreich betroffen, aber die Demokratie wird „immer langsamer beschädigt“.

Aber gerade in Zeiten der Masseninflation brauche die Politik „die Verantwortung, für Österreich zu arbeiten“, warnt Mikl-Leitner, die bei der Landtagswahl im nächsten Jahr kandidiert. Prognosen hatten zuletzt deutliche Verluste für die ÖVP vorhergesagt. Im Gespräch mit noe.ORF.at fordert er nun: „Wir brauchen eine klare Regierungsführung, wir brauchen Solidarität in der Koalition und eine konstruktive Zusammenarbeit im Parlament.“

“Nicht alles dämpfen”

Das Wichtigste ist jetzt, den „Landsleuten“ zu helfen und schwierige Fälle abzufedern. Angesichts der teils enormen Zuzahlungen für Energiekosten will Mikl-Leitner auch über eine Preisobergrenze nachdenken. “Ich weiß, dass der Staat natürlich nicht alles abfedern kann, aber eine gewisse staatliche Kontrolle muss sein.” Die Menschen müssen weitermachen, um ihr Leben bezahlen zu können.

Mit dieser Klage wendet sich Mikl-Leitner auch gegen seinen Parteikollegen und Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), der am Freitag jede Form der Preisobergrenze kategorisch ablehnte. Eine solche Maßnahme hätte sich beispielsweise bei den Spritpreisen in Deutschland nicht als angemessen erwiesen, sagte er im Nationalrat.

Transparenz von Notfallplänen

Mikl-Leitner forderte zudem „Transparenz bei Notfallplänen“, um Vertrauen und Sicherheit aufzubauen. Schließlich muss die Regierung offenlegen, wie die Verteilung von Gas im Notfall ist. Das Wichtigste ist jetzt, die Sorgen und Ängste der Menschen loszuwerden. Das geht nur mit “ganz klaren Entscheidungen” und nicht “mit Schönfärberei”, sagt Mikl-Leitner, denn die Wahrheit sei vernünftig für die Menschen, “nur das schafft Vertrauen und Sicherheit”.

Die Bundesregierung müsse nun in den kommenden Wochen einen „ganz klaren Plan“ mit konkreten Maßnahmen aufstellen. Dazu gehört auch, den Menschen zu sagen: „Wir alle müssen Energie sparen“, aber gleichzeitig müssen andere Energiequellen genutzt werden. Mikl-Leitner erhöht nun das Tempo, denn „Herbst und Winter kommen schneller als wir denken“.

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