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Wegen der Krone wurden Ausgleichszahlungen für Sperrverkäufe und Schadensersatz gefordert. Diese beiden Unterstützungsmaßnahmen seien bisher angeblich nicht ausgezahlt worden.
von Kid Möchel, Dominik Schreiber
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Sie ist eine der ältesten Bäckereien Österreichs, gegründet 1836. Sie hat es nach eigenen Angaben geschafft, „sich über die Jahrhunderte auf dem Laufenden zu halten“. „Nicht aus sturem Traditionsbewusstsein an Bestehendem festhalten, sondern das Beste in Frage stellen und es dann genauso verbessern oder weiterführen“, heißt es auf der Website des Familienunternehmens, die sich aus den gleichen, aber auch veränderten Zutaten zusammensetzt. die Generationen.
Nun musste die Bregenzer Kloser Bäckerei GmbH Insolvenz anmelden. 89 Beschäftigte aus 17 Büros sind betroffen. Die Schulden werden auf 2,1 Millionen Euro geschätzt.
„Wegen Corona wurde ein Antrag auf Ersatz von Entbindungsgeld und Verlustausgleich gestellt. Diese beiden Unterstützungsmaßnahmen wurden bisher nicht gezahlt. Da die vorhandene Liquidität erschöpft war, wurde abgeklärt, ob und in welcher Weise der Schuldner muss Fortführung und/oder Neuordnung ist in Abstimmung mit dem bestellten Insolvenzverwalter zu entscheiden“, so der KSV1870 zum Insolvenzantrag.
Firmengeschichte laut Website der Bäckerei
- 1834 zog Michael Räfye, Bäckermeister aus Meßkirch und Urgroßvater von Thomas Kloser, im Zuge des sogenannten BMW-Einfalls (Bäcker, Metzger, Gastwirte) von Schwaben nach Bregenz. 1836 wurde in der Arlbergstraße 123 eine Bäckerei mit Gastwirtschaft und Lebensmittelgeschäft gegründet.
- Ihre Enkelin Anna heiratete Georg Gromann aus Wurzach, der den „Engel“ moderierte. Nach damaliger Gewerkschaftsordnung durfte er als Bäckermeister weiterbacken. Anna und Georg hatten zwei Töchter: Ida und Gottfrieda (Frieda). Anna starb bei der Geburt von Frieda, der Großmutter von Thomas Kloser. Im Laufe der Jahre frönte Georg dem Alkohol, verkaufte das riesige Grundstück, auf dem heute der VKW steht, und fuhr mit seinem Freund Heine (Gasthaus Hirschen in der Landstraße) in einer Kutsche nach Paris und nie wieder gesehen.
- Die Schwestern Ida und Frieda wuchsen unter der Obhut von Franz Gähwiler, Direktor und Verwalter der Schöllerwerke Bregenz, auf. Bis heute haben wir familiären Kontakt zur Familie Gähwiler.
- Während der Geschäftsführung von Ida „heiratete“ Franz den Bäckermeister Georg Drexel. Frieda wurde die Frau des Hardkaufmanns Hugo Kloser (ein Vertreter von Hoffmanns Kindergeschenken und -artikeln).
- Georg Drexel bestand auf dem Namen „Bäckerei Drexel“. Unter diesem Namen firmierte die Bäckerei bis 1962. Inzwischen war Hugo Kloser Gründungsmitglied der ADEG und beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Ausbau des Lebensmitteleinzelhandels und des Großhandels.
- 1962 übergab Georg Drexel, heute Zunftmeister, die Bäckerei an seinen Neffen Gottfried „Fritz“ Kloser und gründete gemeinsam mit seinem Vater Hugo und seinem jüngeren Bruder Heinz die „Hugo Kloser OHG“.
- Das Geschäft entwickelte sich sehr gut. Der Store in der Arlbergstraße 123 wurde dreimal erweitert. Außerdem wurden drei Filialen betrieben und Fritz hatte einen sehr guten Draht zur Bregenzer Gastronomie.
- Heinz und Fritz sind jetzt mit ihren Liebsten verheiratet. Fritz heiratete Christina Jäger vom “Riederhof” (ehemaliger Gasthof Arlbergstraße). Heinz heiratete Monika Schrammel, Enkelin der Bäckerei Riedesser in Bregenz und der berühmten Schrammelmusikanten in Wien.
- Fritz und Christa blieben ohne Kinder zurück. Heinz und Monika hatten drei: Thomas, Susanne und Peter. Schon bald wurde Susanne für die Weiterführung der Bäckerei ausgewählt und ihre Ausbildung darauf abgestimmt. Während seines Studiums erlag er jedoch dem Charme der Hauptstadt.
- 1985 war für die gesamte Familie Kloser ein Jahr großer Veränderungen und Entscheidungen. Fritz wurde plötzlich schwer krank. Heinz und Monika ließen sich scheiden und die Lebensmittelgeschäfte wurden an ADEG verkauft. Thomas Kloser hätte die Anwaltskanzlei seines Onkels mütterlicherseits in Wien übernehmen sollen, doch nun stand alles Kopf.
- Thomas beschloss, mit seiner schwangeren Freundin nach Bregenz zurückzukehren und die Bäckerei drei Jahre auf Probe weiterzuführen. Er holte die Meister- und Gastgewerbeprüfungen nach und beendete sein BWL-Studium. Ab 1987 war er zur Geschäftsführung bevollmächtigt. In diesem Jahr wurde die Kloser’s Bäckerei GmbH gegründet. So konnte er das operative Geschäft ungehindert durch Eigentümerstreitigkeiten und ohne Einbeziehung fähiger Mitarbeiter führen.
- Schnell wurde erkannt, dass Abhängigkeiten als reiner Zulieferer langfristig keine optimalen Entwicklungsmöglichkeiten zulassen würden. Und so wurden die ersten Überlegungen angestellt, um dieser undankbaren Position zu entkommen.
- Der Aufbau eines eigenen Filialnetzes begann und dieser Weg wird bis heute erfolgreich beschritten. Nach und nach folgte der Rückzug als gewerblicher Anbieter. Dazu wurde die Zusammenarbeit mit Gastronomie und Markthändlern ausgebaut.
- Derzeit sind 18 Büros in Betrieb. Zwei davon mit angebautem Tank. Näher beschäftigt derzeit rund 110 Mitarbeiter.
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