München/Altach: Statt Spanien, Costa Rica und Japan heißt Miroslav Klose jetzt SCR Altach.
Hansi Flick hätte gerne den Torschützenkönig und Weltmeister von 2014 als Assistent der Nationalmannschaft gehalten.
Doch Klose lehnte ab. „Weiter Co-Trainer zu bleiben, scheint mir der falsche Weg zu sein, auch wenn es mit Hansi Flick als Bundestrainer persönlich und beruflich richtig gewesen wäre“, verriet er vor rund einem Jahr im Kicker-Interview.
Im Herbst, wenn die WM in Katar ausgetragen wird, wird Klose in der österreichischen Bundesliga am Rande stehen.
Und nicht bei RB Salzburg, Österreich oder Rapid Wien. Nein, der ehemalige Stürmerstar des FC Bayern München hat sich bewusst für das beschauliche Städtchen Altach in Vorarlberg entschieden, dessen 7.000 Einwohner bequem in die Fangemeinde des FC Bayern München, die Allianz Arena, passen würden.
Klose über Altach: „Hervorragende Bedingungen“
„Sie ermöglichen mir, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Die Bedingungen sind hervorragend, um in Ruhe arbeiten zu können“, sagte er im Rahmen des 137. Staatsstreichs bei seiner offiziellen Vorstellung in Altach.
Hauptgrund für sein Engagement waren aber Gespräche mit Vereinsverantwortlichen, bei denen ihm schnell klar wurde, dass er zu Altach passen würde.
Schließlich habe ich erst eine Woche vor Vertragsunterzeichnung im Urlaub von Österreichs Interesse erfahren und bin am Tag nach ihrer Rückkehr nach Altach gereist, um die Gespräche zu führen.
Auch wenn es ständig unter Druck gesetzt wird, wie er betont hat, dürfte es doch auch im Sinne von Klose sein, dass SCR-Chef Christoph Längle nicht gleich die großen Ziele proklamiert hat.
“Miro’s Chef und sein Trainer werden fordern, dass wir jetzt unter die Top 6 müssen”, sagte Längle, der auch betonte: “Es ist klar, dass Miro nicht wegen Geld nach Altach gekommen ist.”
Zur Vertragslaufzeit von Klose liegen keine Informationen vor
Vielmehr will Klose, über dessen Vertragslaufzeit keine Angaben gemacht wurden, zunächst den nächsten Schritt in seiner Trainerkarriere gehen. Über seine Spielphilosophie wollte er nicht viel reden, da er seine neue Mannschaft erst wenige Stunden vor der Pressekonferenz zum ersten Mal gesehen habe.
Nur so viel sei gezogen: “Die Fans müssen nach den Spielen sehen, dass der SCCR Altach alles gegeben hat.”
Er ist sich bewusst, dass es eine sehr schwierige Saison werden kann. Denn Altach lag nach der regulären Spielzeit in der vergangenen Saison auf dem letzten Tabellenplatz und konnte unter dem damaligen Trainer, dem ehemaligen Bundesliga-Profi Ludovic Magnien, am letzten Spieltag den Abstieg durch einen 2:1-Sieg über Tirol retten.
Einige Medien in der Alpenrepublik Klose warnten deshalb nicht nur vor einem „Kulturschock“ („Neue Vorarlberger Tageszeitung“). “laola1.at” sah sogar die Gefahr, Kloses Ruf als erster Cheftrainer bei den Profis zu schaden.
„Klose kann sich im Ländle als Heilsbringer einen Namen machen oder seinen bis dato tadellosen Ruf ruinieren“, kommentierte das Sportportal die Entscheidung und tadelte den Klub: „Eine routinierte Lösung wäre die klügste Option gewesen. · Ligent.“ .
Klose: „Er hat immer den steinigen Weg gewählt“
Doch Klose lässt sich davon nicht beunruhigen, wenn er den Kommentar liest. Denn „ich hatte immer den steinigen Weg gewählt“, wie er einmal sagte.
Nach seiner Tätigkeit als Jugendtrainer und Co-Trainer beim FC Bayern sah er sich im Frühjahr vergangenen Jahres mit weiteren Hürden konfrontiert.
Aufgrund zweier Thrombosen im Bein erhielt er ein striktes Sportverbot und konnte die ersten Angebote, als Cheftrainer zu arbeiten, nicht annehmen.
Aber jetzt ist er körperlich und mental bereit für seine erste Position als Cheftrainer.
Aber es ist auch eine Position, die mit vielen Unbekannten einhergeht. Mit Ausnahme von Gianluca Gaudino, der vor einigen Jahren in der Jugendmannschaft des FC Bayern spielte, kannte er wohl nur sehr wenige Spieler, als er nach Altach kam.
Bleibt Gaudino in Altach?
Und auch der 25-Jährige ist sich nicht sicher, ob er in Altach bleiben wird. Er ist nur vom SV Sandhausen ausgeliehen. Seine Zukunft in Vorarlberg ist noch ungewiss.
Was die Fragen zu den Transferaktivitäten betrifft, waren die Verantwortlichen der Pressekonferenz im Allgemeinen nicht sehr konkret. Zum Saisonstart Ende Juni wolle man aber eine konkurrenzfähige Mannschaft aufs Feld schicken, sagte er.
Fortan wird sich Klose bei aller Euphorie um seine Teilnahme in Altach vor allem an den Ergebnissen messen lassen müssen.
Ein genaues Ziel hat sie sich noch nicht gesetzt. Das Wichtigste sei ihm aber, „den Spielern Spaß und Freude zu bereiten und das Gefühl zu haben, dass wir uns jeden Tag verbessern wollen.“
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