Veröffentlicht am 27. August 2022, 09:14
Missouri: Amerikanische Schule führt Paddle Caning wieder ein
Seit Jahren fordert die UN die Staaten auf, körperliche Züchtigung in Schulen zu verbieten. Doch das hört man nicht überall: Eine Schule im Bundesstaat Missouri im Süden der USA führt zum Entsetzen von Experten die Prügelstrafe mit dem „Bam Paddle“ wieder ein.
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Spezialseiten verkaufen hölzerne Bestrafungsinstrumente, die auch in den USA verwendet werden.
Twitter/ Bam Paddle Screenshot KOLR TVCassville.org
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Eine Kleinstadt in Missouri hat auf Wunsch der Eltern die Prügelstrafe in der Schule wieder eingeführt.
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Die Bestrafung erfolgt mit einem Holzpaddel am Gesäß.
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Diese Praxis ist vor allem in den Südstaaten noch weit verbreitet.
Ein Schulbezirk im US-Bundesstaat Missouri hat die Prügelstrafe wieder eingeführt. Seit Beginn des neuen Schuljahres können die 1.900 Schüler des rund 100 Kilometer südwestlich von Springfield gelegenen Stadtteils wieder zur körperlichen Züchtigung zurückkehren, wenn ihre Eltern dieser Form der Disziplinierung zustimmen.
Laut Direktorin Merlyn Johnson haben mehrere Eltern in der Stadt ihre Wertschätzung für die Änderungen zum Ausdruck gebracht. Wenn die Kinder nach Hause geschickt würden, würden sie sowieso nur Videospiele spielen, argumentierten die Eltern.
Ab dem neuen Schuljahr können ungezogene Kinder mit einem Holzpaddel verprügelt werden. Dies wird von einem bestimmten Lehrer in Anwesenheit eines Zeugen durchgeführt. Jüngere Kinder sollten ein bis zwei Peitschenhiebe erhalten, ältere Kinder bis zu drei. Voraussetzung ist, dass die Eltern mit der Methode einverstanden sind. Nach der Auspeitschung, die erst zum Tragen kommt, wenn alle anderen Maßnahmen fehlgeschlagen sind, muss sie protokolliert werden.
Kriminalrelevant für Erwachsene
Einige Experten sind bestürzt: „Es besteht keine Notwendigkeit für einen Lehrer oder einen Administrator, jemals ein Kind zu schlagen oder körperlich anzugreifen“, sagte Richard Wexler, Geschäftsführer der National Coalition for Child Protection Reform, und fügte hinzu, dass Schläge traumatisieren, nicht bestrafen. Auch die UNO verurteilt körperliche Bestrafung. Und die Washington Post zitiert die Forscherin Elizabeth Gershoff mit den Worten, dass „die Handlung eines Erwachsenen, eine andere Person mit einem Brett zu schlagen, andernfalls als Angriff mit einer Waffe angesehen und strafrechtlich verfolgt würde“.
In den Vereinigten Staaten ist Prügelstrafe jedoch immer noch weit verbreitet. Körperliche Züchtigung ist in 19 Bundesstaaten nicht verboten, und laut Zahlen des Office for Civil Rights des Bildungsministeriums wurden im Schuljahr 2017/18 landesweit fast 70.000 Kinder geschlagen. 1971 entschied sogar der Oberste Gerichtshof, dass körperliche Züchtigung nicht verfassungswidrig sei. Caning wurde am häufigsten in den südlichen Bundesstaaten Mississippi, Texas, Alabama und Missouri eingesetzt.
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(tx)