Für 30 Euro von Genf nach Feldkirch (A)
Ö ist günstiger als die SBB, also profitieren auch die Schweizer
Für weniger als 30 Euro von Genf nach Feldkirch: Die ÖBB überflügeln die Schweizer Bahnen auf ihrer eigenen Strecke. Ein ähnliches Angebot wollen die SBB 2023 präsentieren. Dann ist die langersehnte neue Aruba-Ticketplattform endlich Realität.
Veröffentlichung: 15:53 Uhr
|
Aktualisiert: 16:19 Uhr
Reisen mit dem Zug nach Deutschland sind seit Anfang Juni eine sehr günstige Angelegenheit. Dank des 9-Euro-Tickets reisen Sie günstig, wenn auch nur auf regionalen Strecken, um die große Ecke.
Aber auch in die Schweiz gibt es derzeit unschlagbar günstige Tickets. Überraschenderweise kommen sie nicht von den SBB, sondern von den Österreichischen Bundesbahnen ÖBB.
Günstiger als SBB
Für 29,90 Euro (2. Klasse einfache Fahrt) reisen Sie mit der Ösis von Genf über die Schweiz nach Feldkirch (A). Günstige Tickets für das Schweizer Bahnnetz können bequem auf der Austrian Website gebucht werden.
So günstig kann man sich mit der SBB nicht im Land bewegen. Zum Vergleich: Die Fahrt von Genf nach Buchs SG (bei Feldkirch, auf der anderen Seite der Grenze) kostet 112 Franken. So günstige Angebote wie Österreicher für 27.20 Franken finden laut SBB nur Halbtax-Besitzer. Genau genommen ist aber die Zahlung des Average Rate erforderlich.
Angebote auch von Genf nach Venedig
Ein weiteres Schnäppchen betrifft die Strecke von Genf nach Venedig, die die SBB zusammen mit Trenitalia betreibt, für Domodossola sind die Schweizer zuständig, für Venedig die Italiener.
Schnäppchenfüchse kaufen online nur bis Domodossola ein und reisen von dort mit Trenitalia, natürlich ohne den Giruno-Zug verlassen zu müssen. Wer über die Italiener bucht, bekommt in Venedig sogar Domodossola erster Klasse für 25 Euro Ersparnis.
Die SBB will so bleiben
Die SBB sind sich der starken Preisunterschiede bewusst und teilten auf Anfrage von SonntagsBlick mit, dass sie mit der geplanten Anbindung von Trenitalia und ÖBB an die Buchungsplattform Aruba diese Preise bald auch über einen eigenen Verkauf anbieten können. Bis 2023 soll es fertig sein.
Diese internationale Ticketing-Plattform hätte 2020 lanciert werden sollen. Allerdings war das Projekt bereits vor der Pandemie in Zahlungsverzug, wie die SBB mitteilte. Aufgrund von Corona hätten sich die Arbeiten verzögert. Der SBB Webshop gilt als veraltet und unbrauchbar, Preisvergleiche beispielsweise sind nicht möglich. Auch SBB-Chef Vincent Ducrot bezeichnete die internationalen Einträge als Schwachpunkt.
Neue Funktionen sind in Kürze verfügbar
Immerhin ist Arubas neue Plattform für Reisen nach Frankreich und Deutschland laut SBB bereits freigeschaltet, und dort kann man nach Sparpreisen für Deutschland suchen.
Und was für Kunden derzeit wahrscheinlich die interessanteste Option ist, wird auch bald Realität werden: das Feature „Niedrigster Preis“.
Laut SBB soll diese Funktion schnellstmöglich für die Fahrplansuche in Frankreich und Deutschland freigeschaltet werden. So konnten nach einer Terminberatung sofort die günstigsten verfügbaren Preise verglichen werden.
So wie es vielerorts im Ausland längst Standard ist.