Die Kirschblüten werden in Tokios Parks nur kurz in ihrer rosa Pracht zur Schau gestellt. Parks, in denen Noah Veraguth (34) Ruhe und Rückzug findet. Gerade hat der Pegasus-Sänger mit seiner Frau Sayori Wada (34) seine Schwiegereltern in der japanischen Hauptstadt besucht.
„Mir ist es unglaublich wichtig, Sayoris Familie mit Respekt zu begegnen. Das macht mir nichts aus. Deshalb unternehme ich gerne Dinge alleine. Gehe in die umliegenden Parks oder Cafés“, sagt der Musiker.
“Wir kommunizieren über Sayori”
Als das Paar die Familie Wada in Tokio besucht, leben sie bei den Eltern des Künstlers. Dank ihrer Tochter können die Wadas mit ihrem Schwiegersohn kommunizieren.
„Ich kann ein bisschen Japanisch, aber da ist noch Luft nach oben“, sagt Veraguth und fügt hinzu: „Wir kommunizieren über Sayori. Ich spreche Englisch mit ihr, sie übersetzt ins Japanische. Nach einem ganzen Tag ist sie meist völlig erschöpft.“
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„Früher hatte ich keine Lust zu experimentieren“
Aber auch ohne große Worte mögen ihn der Schweizer Sänger und seine japanischen Schwiegereltern sehr. „Sayoris Mutter ist sehr herzlich und kocht unglaublich gut. Mein Schwiegervater ist Unternehmer und sehr interessiert. Er liebt Italien und war auch schon in Europa.“
Essen ist ein wesentlicher Bestandteil dessen, warum der Sänger seine Reisen in Japan genießt. „Früher hatte ich keine Lust zu experimentieren, aber jetzt probiere ich gerne neue Dinge aus.“ Veraguth isst lieber die Hausmannskost seiner Frau. “Sayori macht wie ihre Mutter einen Teller mit einfach gehacktem Gemüse mit einer äußerst delikaten Sauce.”
Hochzeit kurz vor der Entbindung
Noah Veraguth und Sayori Wada haben sich in Berlin kennengelernt und sind seit 2018 ein Paar. 2019 dann die Hochzeit. Und das, obwohl es die Sängerin gar nicht eilig hatte zu heiraten. Doch die Liebe zu den Japanern hat das geändert: „Früher habe ich mich eingeschränkt gefühlt. Bei Sayori ist es umgekehrt, ich habe mehr Freiraum. Weil sie selbst Künstlerin ist, versteht sie mich und begleitet mich“, sagt die Sängerin. Die Hochzeit fand im kleinen Rahmen in Küsnacht ZH statt. „Wir wollten es so und es war ein wunderbarer Tag“, so Veraguth weiter. Glücklicherweise entschied sich das Paar gegen eine Sommerhochzeit und sagte im November, nur wenige Monate vor Ausbruch der Corona-Pandemie, Ja. „Sayoris Eltern und Geschwister konnten aus Japan anreisen, was für uns sehr wichtig war.“
Tiefe Verbundenheit mit Japan
Nur wenige Monate später ging nichts mehr. Japan und die Schweiz wurden geschlossen. Veraguths Frau ist zwar in ihre Heimat geflogen, musste aber zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Die Wadas tauschten jedoch fast täglich Informationen per Video-Chat aus. Jetzt, nach zwei langen Jahren, können Sayori und Noah endlich zurück nach Tokio reisen, die Familie und das Land genießen, das die Sängerin schon immer geliebt hat.
Der Pegasus-Anführer reiste vor dem Treffen mit seiner Frau nach Japan und fühlte sich Land und Leuten immer verbunden.
„Für mich ist dies mehr als ein Urlaubsziel. Es ist ein Gefühl, zu Hause zu sein, und es war mein erster Besuch.”
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Supermarkt-Sushi
Es ist die Ordnung und Symmetrie der Japaner, die den Musiker inspiriert. „Diese Symmetrie finde ich auch in unserer Musik. Unsere Songs werden mit großer Präzision produziert.“ Außerdem genießt er das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. “In Japan ist das Individuum nicht so wichtig wie die Gemeinschaft, was ich sehr beeindruckend finde.”
Noah Veraguth kehrte nach zwei Wochen alleine aus seinem Zweitwohnsitz, wo er und Sayori Wada leben, nach Zürich zurück. „Meine Frau ist bei ihrer Familie geblieben und ich fahre in ein paar Tagen mit der Band nach Indonesien. Aber jetzt gehe ich erstmal Sushi im Supermarkt essen lacht, aber so wird er sich noch etwas mehr an Japan, seine zweite Heimat, erinnern können.
Pegasus ist ab dem 10. Juni auf grosser Schweizer Tour. Tickets gibt es auf der Website der Band.