Mitteilung der Ärztekammer Tausende Studienplätze fehlen zum Medizinstudium

Stand: 25.05.2022 16:57

An den Universitäten fehlen Tausende Plätze für Medizinstudenten, warnt die Ärztekammer. Wir müssen schnell handeln, da Zehntausende von Ärzten in Rente gehen. Auch die Ärzteschaft wurde in Paragraph 219a positioniert.

Nach Schätzungen der Bundesärztekammer fehlen in Deutschland tausende medizinische Plätze. Die Bundesländer sollten umgehend 6000 zusätzliche Studienplätze an ihren Hochschulen schaffen, sagte Ellen Lundershausen, Vizepräsidentin der Ärztekammer, auf dem Bremer Ärztetag. Eine alternde Gesellschaft braucht auch mehr Ärzte.

Die Pflegequalität könnte darunter leiden

Allerdings ist die Zahl der Studienplätze laut Lundershausen in den letzten 30 Jahren gesunken: von etwa 16.000 nach der Wende auf heute etwa 11.000. Zeit drängt, sagte Lundershausen, denn die Ausbildung von Ärzten dauere lange: Wer heute ein Studium beginne, komme erst in zwölf bis 15 Jahren ins Gesundheitswesen.

Der Vizepräsident räumte ein, dass medizinische Studienplätze teuer sind. Aber wenn der Staat aufhört zu investieren, muss er den Patienten auch erklären, dass die gute bis sehr gute Versorgung von heute im Jahr 2040 nicht mehr dieselbe sein wird.

Zehntausende Ärzte gehen in den Ruhestand

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte am Dienstag, rund 20 Prozent aller Ärzte stünden kurz vor dem Ruhestand. Das entspricht etwa 83.000 Medizinern, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen werden.

Auch Ärzte wollen Beruf und Familie besser vereinbaren können. Es gibt einen Trend zu mehr Teilzeitarbeit, weshalb mehr junge Leute gebraucht werden. „Infolgedessen werden mehr Ärzte als bisher benötigt, um offene Stellen zu besetzen und die Zahl der verfügbaren Arztstunden konstant zu halten, und dies bei steigender Behandlungsintensität“, sagte Reinhardt.

Der Tag der Medizin feiert die Abschaffung des Paragrafen 219a

Der Ärztetag begrüßte die geplante Abschaffung des § 219a StGB, der die Aufklärung zum Schwangerschaftsabbruch erschwert. Aktuelle Regelungen seien für Ärzte nicht tragbar, heißt es in einer Stellungnahme des Ärztetages. Die Koalition aus SPD, FDP und Verds Ampel plant, den Paragrafen aufzuheben.

In der Vergangenheit wurden Ärzte, die auf ihrer Website mit Abtreibungen warben und ihre Methoden beschrieben, auf der Grundlage des Paragrafen verurteilt. Besonders bekannt wurde die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die auf Geldstrafe vor das Bundesverfassungsgericht zog.

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