Müllproblem: Kreative Ansätze: Was tun mit der Deponie?

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Wie kann verhindert werden, dass Müllberge entstehen? Es gibt keine Zauberformel, aber viele Ideen.

Müllberge sehen hässlich aus, belasten die Umwelt und sind, wenn sie kaputte Teile enthalten, auch gefährlich. Die Deponierung ist seit langem ein Problem, und es gibt keine einheitliche Strategie, um es zu bekämpfen.

Der Bund arbeitet an einer nationalen Bußgeldregelung, auf die sich einige Kantone bereits berufen. Viele Städte und Gemeinden versuchen aber auch, die Belästigung durch lokale Initiativen in den Griff zu bekommen. Wir stellen drei kreative Ansätze vor, die Müll bekämpfen.

Schübelbach: Übernehmen Sie Verantwortung für eine Raumpatenschaft

Eine Person kümmert sich um einen Gemeinschaftsbereich, sammelt Müll ein, reinigt. Auf dieses Konzept der Raumpatenschaft vertrauen bereits viele Schweizer Gemeinden. Mit dabei ist auch Schübelbach im Kanton Schwyz. „Wir statten die Paten des Raumes mit Handschuhen, Pinzetten, Eimern und Westen aus und dann können sie loslegen“, sagt Mathias Pfister, der Umweltschutzbeauftragte der Gemeinde.

Bildunterschrift: Eine Person ist für einen bestimmten Bereich zuständig: Viele Kommunen wollen durch räumliche Patenschaften gegen die Verschwendung ankämpfen. Schlussstein

Organisiert werden diese Raumpatenschaften von der Clean Environment Interest Group (IGSU). Dahinter stehen die Schweizer Glas-, PET- und Aluminiumrecyclingorganisationen.

In Schübelbach beteiligen sich Rentner und Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. Dafür erhalten sie eine „kleine Entschädigung“, eine Tagesstruktur und Verantwortung für einen Bereich. Die bisherige Bilanz: „Die Gemeinde fühlt sich sauberer und die Raumpaten helfen gerne“, sagt Pfister.

Schnelles Eingreifen ist wichtig

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Es gibt viele Theorien und Studien, die erklären, warum Menschen Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgen, sondern einfach auf den Boden oder in Gewässer werfen.

Eine Theorie nennt sich „Broken-Windows-Effekt“: Wenn alle Paneele des Fensters intakt sind, bleiben auch die anderen Paneele intakt. Geht jedoch eine Platte kaputt und wird nicht repariert, sind schnell ganze Landkreise und Städte vernachlässigt. Die Theorie ist die Grundlage einer Null-Toleranz-Politik im Kampf gegen Kriminalität.

Was hat das mit Müll zu tun?

„Bezogen auf Müllsituationen bedeutet das, dass wirksame Prävention auch darin besteht, kleine Verschmutzungen so schnell wie möglich zu entfernen“, resümiert die IG Umwelt Umwelt auf ihrer Website. Es hat sich herausgestellt, dass Schutt eher dort auftritt, wo bereits Schutt auf dem Boden ist. “Müll, der auf dem Boden liegt, senkt die Hemmschwelle für mehr Müll, und ab einem gewissen Grad der Verunreinigung fangen auch diejenigen an, die sich normalerweise korrekt verhalten, Müll wegzuwerfen.”

Zürich City: Rote Eimer auf Rädern

Wer sich in der Nähe des Zürichsees niederlässt, findet mittlerweile vielerorts auffallend rote Eimer. Sie sind Teil eines Versuchs des kommunalen Entsorgungs- und Recyclingzentrums ERZ. 100 Eimer dieses Typs sind in der ganzen Stadt verteilt. «Wir haben drei Ziele», sagt ERZ-Sprecher Tobias Nussbaum gegenüber SRF. „Zunächst einmal wollen wir mehr Kapazität zur Abfallbeseitigung anbieten. Zweitens wollen wir sie durch die Farbe Rot sichtbar machen. Und drittens haben die Container Räder, sind also fahrbar und können zum Rastplatz gefahren werden“.

Titel: Auffallend rot und mit Rädern ausgestattet: die neuen Container für die Stadt Zürich. ZVG/ERZ

Seit Juni sind die Container im Einsatz und Tobias Nussbaum zeigt sich zufrieden mit seiner ersten Bilanz: „Wir sehen, dass die Eimer gut gefüllt sind.“ Es ist naheliegend, aber schwer zu beweisen, ob dadurch viel Müll verhindert wird. “Natürlich müssen unsere Leute morgens noch aufräumen.” Natürlich geht es auch ums Image (die Stadt muss schön sein), aber auch um Sicherheit (die Scherben, die da sind, sind gefährlich).

Basel: Die Verschwendung ist schön, aber …

Andrea Giovanni Käppeli ist Fotograf und Müllsammler. Das Wochenende findet in der Stadt Basel statt, oft am Rheinufer. Ein orange-blauer Schwanz und ein Zylinder sind ihr auffälliges Kleid. „Ich möchte zeigen, dass es ehrenhaft ist, den Müll mitzunehmen, anstatt ihn liegen zu lassen.“ Sobald der Müll eingesammelt ist, wird er fotografiert. Kürzlich präsentierte Käppeli seine Fotografien am Baselufer.

Müll-Ästhetik

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Titel: Eine Blechdose, die einfach liegengelassen statt weggeworfen wurde: Andrea Giovanni Käppeli widmete den Fundstücken eine Ausstellung. zvg / Andrea Giovanni Käppeli

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Titel: Es wurde bis Anfang Juli am Ufer des Basler Rheins präsentiert. zvg / Andrea Giovanni Käppeli

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Bildunterschrift: Die Botschaft: Abfall kann schön sein, aber nicht in der Natur. zvg / Andrea Giovanni Käppeli

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Bildunterschrift: Zudem sind die Bruchstücke auch gefährlich für Mensch und Tier. zvg / Andrea Giovanni Käppeli

“Meine Botschaft lautet: Abfall kann schön sein, aber nur in Bildern.” Er hat viele positive Reaktionen erhalten und freut sich, mit seinem Kunstprojekt auf das globale Müllproblem aufmerksam machen zu können.

Eine Welt ohne Abfall?

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Legende: zvg

Voraussetzung für die Deponie ist Abfall. Deshalb beginnen einige Organisationen und Unternehmen bereits mit der Abfallerzeugung – sie ersetzen Einwegverpackungen durch wiederverwendbare Kunststoffverpackungen.

Ein Beispiel dafür ist die Firma Recircle in Bern. Ihre auberginefarbenen Snacks kann man sich in über tausend Schweizer Restaurants gegen ein Pfand (5-10 Franken) ausleihen und immer wieder mitnehmen. Sie können sie aber auch behalten und wiederverwenden.

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