Mutter und Sohn bei Terrorunfall verletzt: BMW-Fahrer muss ins Gefängnis und wird des Landes verwiesen

Gepostet am 1. Juni 2022, 18:47 Uhr

Im Oktober 2019 kollidierte ein 20-jähriges Mädchen mit einem BMW M5 in Dietikon ZH mit einem Ford. Die 42-jährige Fahrerin und ihre vierjährige Tochter wurden schwer verletzt.

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Eine Mutter und ihre Tochter wurden im Oktober 2019 bei einem Unfall schwer verletzt.

Kantonspolizei Zürich

Ein BMW-Fahrer soll die Kontrolle über sein Auto verloren haben. Anschließend prallte er gegen einen Ford.

20min / News-Scout

Ihre Tochter, die jetzt im ersten Jahr der Grundschule ist, leidet nach Angaben ihrer Mutter immer noch unter den Folgen des Unfalls.

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Ein 20-jähriges Mädchen aus Zürich prallte im Oktober 2019 mit einem aus Dietikon gemieteten BMW M5 in den Ford von Anita B. Sie und ihre vierjährige Tochter wurden schwer verletzt. Am Mittwoch musste sich der 22-Jährige vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten.

Am Abend verkündete das Gericht das Urteil: Der Mann wurde unter anderem wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung und wiederholter unterlassener Nothilfe zu 46 Monaten Haft ohne Auflagen verurteilt. Außerdem wird der Angeklagte für sieben Jahre des Landes verwiesen.

Der Angreifer zündete sich nach dem Unfall eine Zigarette an

Laut Anklage soll der Angeklagte im Auto das Sportfahrprogramm eingestellt und die Stabilitätskontrolle abgeschaltet haben. Er soll die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren haben. Ihm wird auch vorgeworfen, sich nicht um die Opfer gekümmert zu haben. Blick berichtete, der Angeklagte habe dies vor Gericht bestritten. Er sprach mit der Mutter und maß den Puls ihrer Tochter. Dann ging er erschrocken zu seinem Auto und zündete sich eine Zigarette an. Er weiß es nicht mehr.

Bezüglich des Unfalls teilte der Angeklagte dem Gericht mit, er sei bis zur Bernerstraße beschleunigt worden, wonach sich der Unfall ereignet habe. “Ich bin ausgerutscht. Ich konnte nichts tun.” Wie der 22-Jährige zugibt, hat er die Konfiguration des Autos verändert. Der Grund dafür bleibt jedoch offen. Während des Prozesses entschuldigte sich der 22-Jährige bei der betroffenen Familie: „Ich möchte den Weg umkehren. Das ist einfach nicht möglich. Es tut uns leid.”

“Sie hat Konzentrationsschwierigkeiten. Sie hat auch oft Kopfschmerzen.”

Wie der Blick berichtet, sagte die Mutter vor Gericht, ihre Tochter leide immer noch unter den Folgen des Unfalls: «Sie hat Konzentrationsschwierigkeiten. Sie hat oft auch Kopfschmerzen.» In der Schule braucht der Erstsemester etwas mehr. “Das Schreiben von Zahlen oder Buchstaben ist immer noch schwierig.” Weder die Angeklagte noch ihr Anwalt haben sie nach dem Unfall kontaktiert oder gefragt, wie es ihr gehe.

Laut Anklage erlitt die Mutter bei dem Unfall ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Nervenausfall im rechten Arm und mehrere Knochenbrüche. Bei ihrer Tochter wurde ein Polytrauma diagnostiziert: ein Knochenriss im Kopf, Frakturen des zweiten Halswirbels, der Rippen, des Brust- und Brustwirbels sowie Bänderrisse, ein Hämatom in der Hirnhaut, ein Leberbruch und eine Lungenprellung. Das Kind leidet immer noch an einer beidseitigen Lähmung der Augenmuskulatur und hat Probleme mit der visuell-räumlichen Wahrnehmung und der Sprachfunktion.

„Charakterlos und menschenverachtend“

Die Staatsanwaltschaft forderte für den 22-Jährigen vier Jahre Haft und sieben Jahre Haft. Der Verdächtige akzeptierte den Unfall. „Er hat das Setup geändert und dadurch die Kontrolle verloren. Der Zweitonner-BMW gegen den Ford Focus war wie David gegen Goliath.“ Die Staatsanwaltschaft begründet eine Verweisung an das Land unter anderem mit dem Wegfall der Soforthilfe: „Das ist charakterlos und unmenschlich. Er hat den Jungen nicht an der Hand genommen oder ihn überredet.”

Der Verteidiger des Angeklagten hingegen beantragte eine 20-monatige Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und Fahrlässigkeit. Ein Länderbezug sollte vermieden werden. Ihr Kunde fuhr mit 74 statt 60 km/h, was nicht zu schnell ist. Sie erklärt den Unfall mit Selbstüberschätzung und Nachlässigkeit. Der Anwalt der Familie des Opfers forderte eine Entschädigung von insgesamt fast 150’000 Franken. Das Leben seiner Kunden hat sich seit dem Unfall dramatisch verändert. “Es ist nur Glück, dass sie noch am Leben sind.”

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