Angehörige des de facto gestürzten Premierministers von Myanmar, Aung San Suu Kyi, haben bei den Vereinten Nationen Beschwerde wegen seiner Festnahme nach dem Militärputsch im vergangenen Jahr eingereicht. Die Menschenrechtsanwälte Francois Zimeray und Jessica Finelle bezeichneten heute im Namen von Suu Kyis Familie den Umgang mit dem Friedensnobelpreis als „gerichtliche Entführung“. Sie reichten den Antrag bei der UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierung ein.
„Seine Inhaftierung war rechtswidrig, seine Inhaftierung entbehrte jeglicher Rechtsgrundlage und seine verschiedenen Gerichtsverfahren verstießen gegen die Grundregeln jedes Gerichtsverfahrens“, heißt es in der Beschwerde. Es war eine als Prozess getarnte Entführung. “Das ist ein tragischer Rückschritt für Myanmar.” Gleichzeitig werde der 76-Jährige auch “das ganze birmanische Volk (Myanmar) tragen und seine demokratischen Bestrebungen zerstören”.
Die Regierung von Suu Kyi wurde im vergangenen Februar durch einen Militärputsch gestürzt und steht seitdem unter Hausarrest. Sie wurde bereits wegen angeblicher illegaler Einfuhr von Radios, Nichteinhaltung von CoV-Vorschriften, Anstiftung zum Wehrdienst und Korruptionsvorwürfen zu insgesamt elf Jahren Haft verurteilt. Zudem sind gegen sie weitere Verfahren ua wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses, Wahlbetrug und Korruption anhängig. Bei einer Verurteilung in allen Fällen drohen ihr mehr als 100 Jahre Haft.