Nach BUGA-Korrespondenz: Madsen fordert konstruktive Gespräche Weitere Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Stand: 01.06.2022 19:32

Nach dem BUGA-Briefwechsel ist die Stimmung zwischen Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) und der Regierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern angespannt. Madsen ruft nun zu konstruktiven Gesprächen auf. Er will die BUGA getrennt von anderen Projekten betrachten.

AUDIO: Der BUGA-Streit hat sich verschärft (3 min)

„Wir müssen konstruktiv schauen, was möglich ist, eines nach dem anderen“, sagte Madsen dem NDR Nordmagazin. Ihm ist es wichtig, die BUGA-Planung von anderen Rostocker Projekten wie dem Neubau des Volkstheaters, dem geplanten Eltern-Kind-Zentrum oder dem Archäologischen Landesmuseum zu trennen. Aber man will im Zweifel auch die Bauvorhaben trennen, die eigentlich in direktem Zusammenhang mit der BUGA stehen. Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung des Stadthafens inklusive der Warnowbrücke. „Rostock braucht diese Projekte und ich behalte sie, unabhängig von einer BUGA“, sagt Madsen. Die Stadtentwicklung hat für sie oberste Priorität.

Madsen: Andere Bedingungen als 2018

Madsen beruft sich in seiner Argumentation auf eine Risikoanalyse, die zeigt, dass es schwierig ist, die BUGA für das Jahr 2025 zu schaffen. Er verstehe nicht, warum die Landesregierung weiterhin den Druck aufrechterhalte, den die BUGA in drei Jahren erreichen müsse. „Wir haben andere Rahmenbedingungen als 2018“, sagte Madsen. Er spricht von einem “politischen Spiel” und dem Wunsch, jemandem den “Hals” zustecken zu wollen.

Madsen beschwerte sich in einem Brief an Schwesig über Backhaus

Hintergrund ist ein Brief Madsens an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Darin machte er deutlich, dass er sich insbesondere vom BUGA-Förderkoordinator und Landwirtschaftsminister Backhaus ungerecht behandelt fühle. Madsen kritisierte unter anderem mangelnde Transparenz und unzureichenden Stil im Umgang mit der Hansestadt. „Eine Drohung, die aktuell auf Sendung geht, muss als Druckerhöhung verstanden werden, die durch Äußerungen der Landesregierung MV die Umsetzung der BUGA mit anderen Projekten in der Stadt ursächlich verknüpfen will“, schreibt er.

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Antwort von vier Ministern

Die Landesregierung zeigte wenig Verständnis für die Vorwürfe. Vier Minister – Christian Schwache, Till Backhaus, Heiko Geue und Reinhard Meyer (alle SPD) – unterzeichneten das Antwortschreiben und wiesen die Beschwerde des Rostocker Oberbürgermeisters zurück: „Je schneller die Stadt ein neues BUGA-Konzept entwickelt (…), so das Ministerium Interior, Building und Digitization können Budgetentscheidungen schneller treffen und die Umsetzung kann beginnen.“ Das Antwortschreiben stellte klar, dass die Landesregierung an ihren Forderungen festhalte, die Bundesgartenschau wie geplant in drei Jahren durchzuführen. Gelingt dies nicht, stehen der Stadt die versprochenen Fördermittel von über 60 Millionen Euro nicht mehr zur Verfügung. Schriftliche Stellungnahmen erwarten die Minister bis zum 10. Juni 2022. Auch für weitere millionenschwere Bauten wie den Theaterneubau und das Archäologische Landesmuseum soll Rostock kurzfristig Ausführungspläne vorlegen und deutlich machen, wie die Mehrkosten anfallen können. Sie werden aus eigener Tasche finanziert.

Backhaus: Rostock hat keinen Cent staatlicher Förderung gefordert

Auch Umweltminister Backhaus wies Madsens Kritik an NDR MV Live zurück. „Das Land hat Rostock zugesagt, die Maßnahmen mit viel Geld zu begleiten“, sagt Backhaus. „Und das ist meine Pflicht, wenn es hier Turbulenzen gibt und die Aufgaben nicht erfüllt werden, klare Worte fordern und finden, das ist richtig und notwendig.“ Bisher wurde kein Cent der Fördermittel verwendet. Er wiederholte, dass die Landesregierung zur BUGA 2025 in Rostock sei.

Reaktionen der Stadtpolitik Rostock

Auch aus der Politik der Stadt Rostock gibt es Reaktionen auf den Zoffs: Die CDU unterstützt den Oberbürgermeister. Der Rostocker Abgeordnete Daniel Peters etwa versteht nicht, dass er jetzt so kritisiert wird. Laut Peters betrügt die Landesregierung Rostock mit der BUGA. Ganz anders die Linke in der Bürgerschaft: Eva-Maria Kröger, Landtagsabgeordnete und Bürgerschaftsabgeordnete, findet Schwerins Mahnung nachvollziehbar. Madsen „ist nicht da, wenn der Baum brennt“. Kröger zufolge wird er seiner Verantwortung als Bürgermeister derzeit nicht gerecht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 MV-Hörfunk | Die Nachrichten | 01.06.2022 | 12.00.

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