Nach dem Stoos-Debakel: Schwingerkönig Sempach fordert eine Klassifizierungsrevolution

Nach dem Debakel des Stoos

Schwingerkönig Sempach fordert eine Klassifizierungsrevolution

Die Stoos-Schwinget vom vergangenen Wochenende schwingt weiter. Nun mischt sich auch Schwinger-König Matthias Sempach in die Quali-Gespräche ein. Berner fordert radikalen Wandel.

Gepostet: 17:02 Uhr

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Aktualisiert: vor 57 Minuten

Nicola Abt und Marcel W. Perren

Nicht die sengende Sonne hat letztes Wochenende am Stoos-Schwinget für rote Gesichter gesorgt, sondern der Spagat. Berner Schwinger-Legende Christian Oesch war nach dem Bergklassiker in der Zentralschweiz wütend: «Was hier passiert, erinnert mich viel mehr an einen tieferen Emmentaler Pferdehandel als an einen fairen Wettkampf!»

Geschenke für die Kämpfer in der Region Bern gab es eigentlich nicht. Der Nicht-Schweizer Michael Ledermann erhielt fünf “Bösewichte”. Routinier Matthias Aeschbacher musste mit seinen Teamkollegen zweimal arbeiten und verlor die Krone.

Die zentrale Überlegenheit der Schweiz in der Teilung

Der fünfmalige Eidgenossen Christian Schuler profitierte von der „Heimprämie“. Der Schweizer Innenverteidiger, der einen Gang verlor, wurde laut Klassifikationschef Thedy Waser mit 4:1-Stimmen vor dem gleichberechtigten und noch ungeschlagenen Aargauer Joel Strebel bevorzugt. Noch Tage später hielten die hochrangigen Herren der Klassifikationskommission, bestehend aus drei Innerschweizern, einem Berner und einem Nordwestschweizer, Ansprachen.

Nun mischt sich der Berner Schwingerkönig und SRF-Experte Matthias Sempach mit seiner Video-Rubrik «Sempach Spezial» ins Gespräch. Der Sieger des Eidgenössischen 2013 in Burgdorf ist verärgert über die Zusammensetzung der Sparte: „Die drei Schweizer Kraftwerke haben sich zusammengeschlossen. Infolgedessen war es für Berner und Nordwestschweizer unglaublich schwierig, etwas zu bewegen.

Der höchste Einteiler reagiert auf Sempachs Ideen

Deshalb fordert der Bauer im Sinne der Fairness: „Künftig sollen unter anderem bei Bergfesten gleich viele Personen aus jedem Teilverband in der Sparte sitzen.“ In einem Telefonat mit Blick verrät er zudem noch eine weitere Idee, die ihm auf dem Herzen liegt: „Ich möchte, dass sich Stefan Strebel, der Technische Direktor (TL) des Eidgenössischen Schwinger-Verbandes, hinsetzt und sich die Division an den Festen von aus anschaut von Zeit zu Zeit. Ich konnte objektiv beurteilen, was passierte.“ Wenn es nach Sempachs Geschmack ginge, dürfte der höchste Einteiler im Schwingsport, der auf allen Schwingfesten zu sehen ist, einen regelmäßigeren Platz in den Divisionen einnehmen.

Und was sagt Stefan Strebel zu den Ideen von Schwingerkönig? „Ich finde den Vorschlag von Matthias interessant, was die Zusammensetzung des Klassifikationsgremiums betrifft“, sagt er. „Aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass der Technische Leiter in Zukunft einen Platz in der Sparte der Bergkronenparteien einnehmen wird.“ Nach dem Quali-Debakel auf dem Stoos sieht sich Strebel jedoch genötigt, «noch mehr Druck auf die Rangliste auszuüben, um noch fairer zu sein».

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