von. – 25.05.2022 15:47 (25.05.2022 15:48)
Ein Wiener Junge kam in ein Krankenhaus. © APA / Barbara Gindl (Symbolbild)
Diese Woche ist in Wien ein Junge (3) aus dem Fenster gefallen, am Mittwoch ist einem Mädchen (2) in Linz dasselbe passiert. Die Kinder wurden schwer verletzt.
Das bedeutet, dass im Jahr 2022 acht Mädchen und Jungen in ihrer frühen Kindheit einen solchen Unfall erlitten haben, alle ähnlich. Alleine oder mit Geschwistern im Zimmer oder bevor die Eltern reagieren konnten, erreichten die Kinder das Fenster und stürzten, manchmal aus großer Höhe.
Der Wiener Junge lehnte bei offenem Fenster an Moskitonetzen
Teilweise lehnten sich die Kleinen an ein montiertes Moskitonetz, was den Sturz nicht verhindern oder abmildern konnte. Der Wiener Junge spielte mit seiner Schwester im Kinderzimmer und lehnte sich bei geöffnetem Fenster an das Moskitonetz, das nachgab. Er wurde wegen Verdachts auf innere Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die zweieinhalbjährige Linzerin kletterte unbemerkt von ihren Eltern aus dem Fenster, öffnete es und fiel, ebenfalls durch ein Moskitonetz. Sie wurde am Mittwoch intensivmedizinisch behandelt.
Fensterbank am Sonntag in Oberösterreich
Erst am Sonntag wurden zwei Mädchen – eineinhalb und vier Jahre alt – bei einem Sturz aus einem Fenster in Oberösterreich jeweils verletzt, eine weitere Oberösterreicherin stürzte im Februar aus dem Fenster, ebenso ein zweijähriger Junge aus Oberösterreich Wiener Neustadt. Auch ein zweijähriges Mädchen aus Wien und ein dreijähriges Mädchen aus Kärnten wurden in diesem Jahr durch ein offenes Fenster getötet.
Acht Kinder sind aus einem Fenster gefallen
Damit sind laut Aufzeichnungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) in Österreich in diesem Jahr bereits acht Kinder aus dem Fenster gestürzt, gegenüber zehn im Vorjahr. Laut KFV stürzt in Österreich im Durchschnitt alle vier bis fünf Wochen ein Kind aus dem Fenster, 13 starben in den letzten zehn Jahren an den Folgen. „Wir fordern Eltern daher dringend auf, beim Lüften besonders vorsichtig zu sein und Vorkehrungen wie den Einbau von Fenstersicherungen zu treffen“, sagt Othmar Thann, Geschäftsführer des KFV, in einer aktuellen Stellungnahme.
Pflege ist laut KFV der beste Schutz und Kleinkinder sind besonders gefährdet. Sie sollten niemals bei geöffnetem Fenster unbeaufsichtigt gelassen werden. Der Stiftungsrat rät abschließbare Fenstersicherungen, die dem Alter der Kinder angemessen sind. Außerdem sollten für Kinder ansprechende Gegenstände nicht auf Fensterbänke oder Balkonbrüstungen gestellt werden und nicht auf „Aufstiegshilfen“ wie Tische und Sessel gestellt werden.