Nach der Auslieferungsentscheidung von London will Assange Berufung einlegen

Stand: 17.06.2022 17:32 Uhr

Nach jahrelangem Hin und Her hat London der Auslieferung von WikiLeaks-Gründer Assange an die USA zugestimmt. Aber die Frage ist noch nicht entschieden. Assanges Frau Stella hat ein Date angekündigt.

Von Christoph Prössl, ARD Studio London

„Nein, der Kampf ist noch nicht vorbei“, sagte Stella Assange, Julians Frau, auf einer Pressekonferenz in London. Er kündigte an, dass die Anwälte des Journalisten und Verlegers Julian Assange Berufung einlegen würden.

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Der britische Innenminister Priti Patel hatte zuvor entschieden, dass Assange nun doch ausgeliefert werden könne. Dies war die endgültige Entscheidung in einem Berufungsverfahren über die Haftbedingungen in den USA und insbesondere den Gesundheitszustand von Julian Assange.

Zwei Wochen Einspruch einzulegen

Seine Anwälte hatten argumentiert, Assange sei selbstmordgefährdet. Die Vereinigten Staaten stimmten daraufhin zu, dass der Australier Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten sollte. Und in diesem Berufungsverfahren hat Priti Patel endgültig entschieden. Das bedeutet, Assange könnte ausgeliefert werden, aber er hat zwei Wochen Zeit, um rechtliche Schritte gegen die Auslieferung einzuleiten.

Seine Anwältin Jennifer Robertson hat noch keine Einzelheiten zu einer zweiten Berufung bekannt gegeben. Aber klar ist, dass es diesmal um den Kern gehen könnte, also um die Frage, ob die Veröffentlichung geheimer Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak von der Pressefreiheit gedeckt ist. Die Sequenzen des Films und die Rollen geben starke Hinweise darauf, dass Kriegsverbrechen stattgefunden haben.

Sven Lohmann, ARD London, zur Auslieferung Assanges an die USA

Tagesschau 12:00 Uhr, 17.6.2022

Die Journalistengewerkschaft warnt

Tim Dawson von der National Union of Journalists warnt davor, dass sich alle in der Medienbranche Sorgen um den Fall Assange machen und fragen sollten: „Wenn ich geheime Dokumente erhalte, könnten sie mich anklagen, wenn sie veröffentlicht würden?“ Dawson fährt fort: „Die Pressefreiheit steht in vielen Ländern unter Druck: Türkei, Russland, China. Wenn die Regierungen dieser Länder kritisiert werden, sagen sie: ‚Was ist mit Julian Assange?’

Und auch Stella Assange appellierte an die anwesenden Journalisten, dass Assange Journalist sei und es um Pressefreiheit gehe.

Assange wurde für die Veröffentlichung von Dokumenten im Zusammenhang mit dem US-Wahlkampf 2016 kritisiert, unter anderem postete er private und vor allem peinliche E-Mails der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Es ist unklar, wie dieser Papierkram gemacht wurde. Es gab Berichte, dass die russische Regierung ihm E-Mails schickte, um den Wahlkampf zu beeinflussen. Am Ende gewann Donald Trump.

Es besteht auch die Möglichkeit, den EU-Gerichtshof anzurufen

Stella Assange kündigte an, dass weiterhin die Möglichkeit bestehe, die Auslieferung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzufechten. Der Gerichtshof ist kein Organ der Europäischen Union. Grundlage ist die von Großbritannien unterzeichnete Europäische Menschenrechtskonvention.

Vereinigtes Königreich: Assange kann ausgeliefert werden

Christoph Prößl, ARD London, 17. Juni 2022 16:32

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