Nach einem Auftritt beim Kirchentag Neubauer wirft Scholz den Nazi-Vergleich vor

Stand: 30.05.2022 11:03 Uhr

Nach den Störaktionen von Klimaaktivisten bei seinem Auftritt auf dem Kirchentag sagte Bundeskanzler Scholz, diese “Inszenierungen” erinnerten ihn an “eine längst vergangene Zeit”. Klimaaktivistin Neubauer reagierte empört auf Twitter.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeworfen, Klimaaktivisten mit den Nazis verglichen zu haben. Damit relativiere er das NS-Regime, „und paradoxerweise auch die Klimakrise“, schrieb Neubauer auf Twitter. „Sie stilisiert den Klimaschutz zu einer Ideologie mit Parallelen zum NS-Regime. Im Jahr 2022. Jesus. Das ist ein Skandal.“

Damit reagierte Neubauer auf den von mehreren Aktivisten gestörten Auftritt der Bundeskanzlerin am Katholikentag in Stuttgart am vergangenen Freitag. Er hatte die Frage mit Hinweis auf in der Vergangenheit gerichtete Störaktionen kritisiert, aber keinen direkten Vergleich mit den Nazis gezogen und offen gelassen, worauf er sich bezog.

Seine Worte könnten auch als Anspielung auf den Umsturz der Tatsachen durch radikalisierte Studentengruppen in den 1970er Jahren verstanden werden, einer Spätzeit, in der er selbst gelebt hatte.

Scholz: „Das ist keine Debattenbeteiligung“

Während des Auftritts der Kanzlerin versuchte ein Aktivist, den Tatort zu stürmen, doch Sicherheitskräfte hinderten ihn daran und nahmen ihn mit. „Tondarias“ nannte es ein anderer Aktivist, als Scholz vom Ausstieg aus der Kohleverstromung und den damit einhergehenden Arbeitsplatzverlusten im Tagebau sprach.

Scholz kommentierte die Unterbrechung mit den Worten: “Ich bin ehrlich, diese schwarz gekleideten Inszenierungen bei diversen Veranstaltungen der gleichen Leute erinnern mich immer an längst vergangene Zeiten, Gott sei Dank.” Dazu gehöre auch ein „geübter Auftritt, bei dem man sich immer selbst in Szene setzt“, sagte er.

„Ich bin auch zu Veranstaltungen gegangen, da waren fünf Leute, die haben sich gleich angezogen, alle hatten eine geübte Körperhaltung und (sie) machen das immer wieder“, so Scholz weiter. “Das ist keine Diskussionsbeteiligung, sondern der Versuch, Ereignisse für eigene Zwecke zu manipulieren. Das sollte man nicht tun.”

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *