Skyguide-Ingenieure suchen immer noch nach der Ursache
Warum hat das Backup-System nicht funktioniert?
Auch einen Tag nach Einstellung des Schweizer Flugverkehrs befindet sich skyguide noch im Ausnahmezustand. Warum hat das Backup-System nicht funktioniert?
Veröffentlicht: 16.06.2022 um 19:15 Uhr
Der Flugverkehr in der Schweiz ist nach der Versenkung am Mittwoch wieder zum Normalbetrieb zurückgekehrt. Bei Skyguide ist die Normalität jedoch noch in weiter Ferne. Ingenieure und Computerexperten der Schweizerischen Flugsicherung suchen noch immer nach der Ursache für den Ausfall des Sicherheitssystems beim gestrigen Systemabsturz, bestätigte Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa gegenüber Blick.
In der Genfer Zentrale scheint niemand einen Stein liegen gelassen zu haben: Spezialisten haben die ganze Nacht damit verbracht, der Ursache nachzugehen. Bis Skyguide die Ursache gefunden habe, werde dies so bleiben, sagte Barrosa. In einem redundanten System sollte ein identisches Notfallsystem im Falle eines technischen Ausfalls Abhilfe schaffen können.
Das Bundesamt wartet auf einen Bericht über den Vorfall
Aktuell funktioniert das System wieder einwandfrei. „Wir beobachten das System weiterhin genau und stellen sicher, dass es konstant und stabil funktioniert“, sagt der Unternehmenssprecher.
Der unerwartete Stillstand des Schweizer Flugverkehrs hat auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) beunruhigt. Es sei “ein ziemlich schwerer Vorfall” gewesen, sagt Bazl-Geschäftsführer Christian Hegner (60) am Mittwochabend bei “10-10”. Aus diesem Grund hat das Bazl gemeinsam mit dem zuständigen Ressort die Erstellung eines Gutachtens beantragt. „Wir können nicht wie bisher weitermachen“, sagte Hegner.
6400 Passagiere betroffen
„Wir sammeln alle Informationen und Daten, die natürlich auch transparent in den von Bazl angekündigten Bericht einfließen werden“, sagt Skyguide-Sprecher Barrosa.
Aufgrund des Netzausfalls bei Skyguide mussten allein am Flughafen Zürich 77 Flüge gestrichen werden, 15 Flugzeuge konnten Zürich nicht anfliegen und mussten Ausweichflughäfen anfliegen. Besonders betroffen ist die Schweiz; bisher mussten 30 Kurzstreckenflüge von und nach Zürich und Genf gestrichen werden. Rund 6.400 Fahrgäste sind von diesen Pannen betroffen. Sie müssen mit großem Aufwand auf andere Flüge umgebucht werden. Rund 80 Flugzeuge mussten in den frühen Morgenstunden in den Schweizer Luftraum abspringen.
Erfahren Sie mehr über den Systemabsturz von Skyguide