Nach Gletschereinbruch: Rettungsschwimmer finden weitere Leichen in den Dolomiten

Rettungsschwimmer finden nach einem Gletscherbruch weitere Leichen in den Dolomiten

06.07.2022, 17:18

In den italienischen Alpen bricht ein großes Stück Gletscher und stürzt ins Tal. Zunächst werden sieben Bergsteiger tot aufgefunden, fünf Menschen werden vermisst. Rettungsdienste finden jetzt weitere Leichen in dem unwegsamen Gelände.

Die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer nach dem Untergang des Gletschers in den Dolomiten in Norditalien ist von sieben auf neun gestiegen. Das teilte der Präsident der Autonomen Provinz Trient, Maurizio Fugatti, am Abend in Canazei am Fuße des Berges mit. Bisher wurden vier Todesfälle von Angehörigen identifiziert. Laut Fugatti sind die Identitäten von fünf Opfern noch nicht geklärt.

Massen von Eis, Schnee und Trümmern töteten am Sonntag mehrere Bergsteiger. Insgesamt acht Menschen wurden verletzt, darunter ein Mann und eine Frau aus Deutschland, die in italienische Krankenhäuser gebracht wurden.

Die Behörden haben am Morgen weiterhin nach möglichen Opfern mit Drohnen gesucht. Außerdem installierten sie Überwachungsgeräte, die die Bewegungen der abgelösten und nun erstarrten Gletschermasse messen können. Aufgrund seiner Instabilität waren Bodenrettungsaufgaben in letzter Zeit nicht möglich. Während der Arbeiten sperrte die Gemeinde aus Sicherheitsgründen den Zugang zum Berg und versprach Sanktionen, wenn Wanderer sich nicht an die Regeln halten. Ab Donnerstag werden voraussichtlich Feuerwehr, Polizei und Bergrettung mit Suchhunden in das Marmolada-Gebiet zurückkehren.

Unterdessen schloss die Trient-Justiz aus, dass der Unfall vorhersehbar war, sagte Staatsanwalt Sandro Raimondi der Nachrichtenagentur Ansa. Die Forscher wollten den Hergang rekonstruieren, Filme ansehen und Zeugen anhören.

Als Grund für den Gletscherbruch sehen Experten, Kenner des Berges sowie der italienische Ministerpräsident Mario Draghi und Staatschef Sergio Mattarella die Folgen des Klimawandels. Das Eis der Alpengletscher schmilzt aufgrund steigender Temperaturen seit Jahren. Die Tage vor dem Unfall hatten auch in der Region Marmolada eine ungewöhnliche Hitze, und wie in vielen anderen Teilen Italiens fehlten die Regenfälle. Dadurch werden Gletscher laut Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner immer instabiler.

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