Nach Hausdurchsuchung in Stuttgart: Nebengedanken-Gründer Michael Ballweg festgenommen

Der Begründer des “Seitendenkens” Michael Ballweg ist in Stuttgart festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft der baden-württembergischen Landeshauptstadt bestätigte dem Tagesspiegel, dass die Einsatzkräfte am Mittwochmorgen eine Hausdurchsuchung durchgeführt haben. Dem Verdächtigen werden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Wie der Tagesspiegel von den Ermittlern erfuhr, soll es sich um den in Stuttgart lebenden Ballweg, 47, handeln.

Mehrere bekannte Akteure des “side-thinking”-Netzwerks, wie HNO-Dr. Bodo Schiffmann, bestätigten die Durchsuchung von Ballwegs Haus über den Kurierdienst von Telegram.

Schiffmann trat in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Demonstrationen mit Ballweg auf und verbreitete Verschwörungsideologien zur Corona-Pandemie. Zunächst riefen Unterstützer des „Nebendenkens“ per Telegram zu einem Solidaritätsprotest vor Ballwegs Haus auf. Inzwischen wurde dieser Einspruch zurückgezogen.

Obwohl Schiffmann im vergangenen Jahr nach Tansania geflüchtet war, hatte es in den vergangenen Monaten Spekulationen über eine Auswanderung von Ballweg gegeben. Es ist nicht auszuschließen, dass die Behörden jetzt eingreifen, um zu verhindern, dass Ballweg das Land verlässt.

Der 47-Jährige gilt als Begründer der Bewegung „Querdenken“, die in Stuttgart ihren Anfang nahm. Zu Beginn der Corona-Pandemie versammelten sich im Frühjahr 2020 Tausende Menschen auf dem Canstatter Wasn in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, um gegen die aktuellen Maßnahmen der Krone zu protestieren.

In der Folge wurden in ganz Deutschland Ortsvereine des „Querdenkens“ gegründet, die regelmäßig zu Demonstrationen aufriefen. Im Rahmen der maßnahmenkritischen Proteste wurden Gegendemonstranten, Polizisten und Journalisten immer wieder angegriffen.

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