Nach Unfall: OMV rechnet mit längeren Reparaturen in der Raffinerie

von. – 15.06.2022 16:46 (15.06.2022 18:34)

Nach einem Unfall wartet die OMV auf langwierige Reparaturen in der Raffinerie Schwechat. © APA / ROLAND SCHLAGER (Archivbild)

Die OMV Raffinerie in Schwechat bei Wien ist nach dem schweren Unfall derzeit nur noch mit einem Fünftel ausgelastet.

Der staatliche Öl-, Gas- und Chemiekonzern richte sich auf eine längere Reparaturzeit ein und arbeite derzeit an einem alternativen Versorgungssystem, sagte Vorstandschef Alfred Stern am Mittwoch gegenüber Reuters. Dank einer kleineren Anlage steht die Produktion jedoch nicht ganz still.

Nach dem Unfall rechnet die OMV mit längeren Reparaturen in der Raffinerie

Wann die Hauptdestillationsanlage, die bei einer Druckprobe am Ende einer Generalüberholung schwer beschädigt wurde und nicht in Betrieb genommen werden konnte, mit voller Kapazität wieder angefahren werden kann, ist noch nicht absehbar. Die Gesamttageskapazität der Anlage beträgt normalerweise 200.000 Barrel (23,47 Millionen Liter) pro Tag.

Die Reparatur dauert einige Wochen

Die Reparatur wird „auf jeden Fall“ mehrere Wochen in Anspruch nehmen. „Wir haben noch keine endgültige Bestandsaufnahme“, sagte Stern. Mehr Klarheit erhofft sich der OMV-Chef im Laufe der nächsten Woche. Ein großes Team, eine dreistellige Zahl, arbeitet derzeit an der Überprüfung der Anlage, die aus einem 40 Meter hohen Turm und einem Durchmesser von 8,5 Metern besteht. Gleichzeitig arbeitet die Gruppe an der Umsetzung eines alternativen Versorgungssystems. „Zumindest für Juni haben wir die Versorgungslage gesichert“, sagte Stern. Vorsorglich wurde auch der nahe gelegene Flughafen Wien, der von der OMV beliefert wird, über Kerosinengpässe informiert. Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa-eigene Austrian Airlines, wurden gebeten, vor der Rückkehr nach Österreich aufzutanken, „um die Nachfrage zu reduzieren und die Situation zu lindern“, sagte Stern.

Österreich hat Reserven an Diesel und Benzin freigesetzt

Neben den von Österreich freigesetzten Diesel- und Benzinreserven wird versucht, Produkte aus den beiden zum Konzern gehörenden Raffinerien in Burghausen in Deutschland und Petrobrazi in Rumänien zu beziehen. „Die Raffinerie war seit dem 19. April für die Überholung stillgelegt. Während dieser Zeit waren die Lager am Leben und dann praktisch leer, sodass ein Teil der Reserven verwendet werden musste“, sagte Stern. Derzeit wird auch geprüft, ob die Produkte über Triest oder Koper nach Slowenien importiert werden können.

Über die Höhe des von der OMV verursachten Schadens liegen noch keine Informationen vor

Zur Höhe des Schadens konnte der Manager noch keine Angaben machen. Allerdings würden die Kosten teilweise von der Versicherung übernommen, “so dass der wirtschaftliche Schaden begrenzt bleibt”.

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