Stand: 14.07.2022 10:11 Uhr
Etwa 20 Millionen Tonnen Getreide sind aufgrund der russischen Seeblockade in ukrainischen Häfen gestrandet. Doch nach Verhandlungen mit Russland, der Türkei und der UN erwartet die Ukraine eine schnelle Lösung.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich optimistisch geäußert, dass sein Land bald wieder Getreide exportieren kann. „Die ukrainische Delegation hat mir mitgeteilt, dass es Fortschritte gibt“, sagte er in seiner Videoansprache zu den Verhandlungen in der Türkei über die Aufhebung der Seeblockade ukrainischer Häfen durch die russische Marine. Wenn die russische Bedrohung des Seeverkehrs im Schwarzen Meer beendet werden kann, wird die globale Ernährungskrise weniger akut.
Gestern trafen sich Vertreter der Vereinten Nationen, der Ukraine, Russlands und der Türkei in Istanbul, um eine Lösung im Getreidekonflikt zu finden. Laut UN-Generalsekretär António Guterres sei ein “entscheidender Schritt” getan worden. „Heute haben wir endlich etwas Hoffnung“, sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen. „Es wird noch mehr technische Arbeit erforderlich sein, damit der heutige Fortschritt zustande kommt.“
Verhandlungsführer wollen sich wieder treffen
Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar seinerseits kündigte Vereinbarungen zu technischen Fragen wie gemeinsame Kontrollen bei der Ankunft und Abfahrt von Häfen an, berichtete die Agentur Anadolu. Außerdem wurde eine Vereinbarung getroffen, um die „Sicherheit der Schifffahrt auf Umschlagsrouten“ zu gewährleisten. Außerdem soll in Istanbul ein Koordinierungszentrum mit Vertretern von allen Seiten des Bosporus eingerichtet werden. Verhandlungsführer aus den Ländern sollten sich nächste Woche erneut treffen, um das Abkommen zu unterzeichnen, sagte Akar.
Es wird geschätzt, dass etwa 20 Millionen Tonnen Getreide aufgrund des Krieges in ukrainischen Häfen gestrandet sind. Auf Russland und die Ukraine entfällt fast ein Drittel der weltweiten Weizenlieferungen. Hauptabnehmer sind in der Regel Länder aus dem Mittleren Osten und Nordafrika. Die UN schätzt, dass die derzeitige Blockade im nächsten Jahr bis zu 19 Millionen Menschen verhungern lassen könnte.
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