Nachfolger von „Leopard 2“ Rheinmetall präsentiert den Kampfpanzer „Panther“.
13.06.2022, 15:51
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall stellt auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2022 in Paris den neuen Kampfpanzer KF 51 vor. Er soll den betagten Panzer „Leopard 2“ ersetzen und künftig „Panther“ heißen. Die Gruppe verweist auf größere Mobilität sowie mehr Feuerkraft und mehr Schutz.
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat überraschend einen neu entwickelten Kampfpanzer vorgestellt. Vorstandsvorsitzender Armin Papperger hat auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris ein gepanzertes Fahrzeug namens „Panther“ vorgestellt, den legitimen Nachfolger des „Leopard 2“, berichten das „Handelsblatt“ und die „Welt“ übereinstimmend. Experten hielten ihn lange für den stärksten Kampfpanzer der Welt, doch „Leopard 2“ entwickelt sich langsam in die Jahre.
Deshalb wollen Deutschland und Frankreich gemeinsam einen neuen Kampfpanzer entwickeln. Beauftragt wurden Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und das französische Unternehmen Nexter, die sich zu KNDS zusammengeschlossen haben, sowie Rheinmetall. Mittlerweile liegt die Führung aber eigentlich bei KNDS, was auch für Papperger ein Grund sein könnte, von der Rüstungskooperation abzuweichen. Laut Handelsblatt fühlt sich der Konzern bei dem Projekt von seinem Konkurrenten im Stich gelassen.
Rheinmetall entwirft ein Modell für den Nachfolger von Leopard 2
Deshalb haben die Rheinmetall-Ingenieure selbst ein Modell entworfen: Der „KF51 Panther“ – wie er offiziell heißt – ist laut Rheinmetall eine Eigenentwicklung, die unabhängig vom deutsch-französischen Panzerprojekt durchgeführt wurde. „Der Panther erscheint somit auf den Weltmärkten als potenzieller Nachfolger des Leopard-Kampfpanzers und ähnlicher Kampffahrzeuge“, sagte das Unternehmen.
Optisch orientiert sich das Fahrzeug am Schützenpanzer „Lynx“, allerdings ist der „Panther“ größer und mit 59 Tonnen deutlich schwerer. Vom Gewicht her liegt der Panther aber knapp unter „Leopard 2“, was die Mobilität auf dem Feld erhöhen soll. Im Vergleich zu „Leopard 2“ hat Rheinmetall auch die Bewaffnung verbessert.
Mehr Reichweite und Feuerkraft und besserer Schutz
Der „Panther“ sei mit einem Lauf im Kaliber 130 Millimeter ausgestattet, der eine stärkere Munition und eine größere Reichweite als der „Leopard“ erlaube und damit eine um mehr als 50 Prozent größere Wirkung erreiche, erklärte Vorstandschef Papperger. Zudem muss Munition nicht mehr von Hand im Lauf der Waffe ausbalanciert werden. Dies geschieht durch eine sogenannte Lademaschine.
Es verspricht auch einen besseren Schutz vor feindlichem Beschuss für die dreiköpfige Besatzung und eine digitale Vernetzung mit anderen Waffensystemen. Aus Sicht von Militärexperten wird insbesondere letzteres in Zukunft viel wichtiger werden. Wie die “Welt” sagt, muss der Panther mit Begleitdrohnen ausgestattet sein, die von einer Person an Bord bedient werden. Einfliegende Lenkflugkörper und Projektile oder Kamikaze-Drohnen zerstören das sogenannte aktive Fernschutzsystem unmittelbar vor dem Aufprall.
Einer der Hauptvorteile des „Panther“ ist, dass er deutlich schneller einsetzbar ist als der neue Kampfpanzer im Festland-Bodenkampfsystem MCGS (Main Ground Combat System), auf den Deutschland und Frankreich 2035 mühsam warten.
Erstes Interesse Osteuropas am Nachfolger von „Leopard 2“.
Erste osteuropäische Länder sollen Interesse an dem neuen Kampfpanzer bekundet haben. Als Referenzkunde möchte der Rheinmetall-Chef aber die Bundeswehr sehen. Es muss nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stark verbessert werden. Dazu gehört auch ein neuer Kampfpanzer, der nach bisherigen Planungen ab 2035 von KNDS/Rheinmetall kommen soll. Dieser ist Teil der 100 Milliarden Euro, die der Staat für Rüstung bereitstellt.
Der neue Panzer ist auch eine Botschaft an Russland. 2015 wurde der Tanker T-14 Army in Moskau gezeigt, was das Nato-Militär zunächst nervös machte. Ihm wurde eine dem Leoparden überlegene Technik zugeschrieben. Vom Mythos des „besten Kampfpanzers der Welt“ ist nicht mehr viel übrig und statt der angekündigten vierstelligen Stückzahlen bleiben offenbar nur wenige Exemplare übrig. Die russischen Panzerentwickler sollten jedoch nicht unterschätzt werden, heißt es. Die Army hat mit 125 Millimetern ein größeres Kaliber als die „Leopard“ und verfügt wie die „Panther“ über einen unbemannten Turm, was mehr Sicherheit für die Besatzung bedeutet.