Nehammer hat sich beim Nato-Gipfel in Madrid mit Erdogan getroffen

Der Prado de Madrid bleibt zwei Tage lang für den regulären Besucher geschlossen. Andererseits hatte das weltberühmte Museum am Mittwochabend alle prominentesten Gäste: Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten setzten sich zum Abendessen neben die Gemälde von Francisco de Goya. Mit am Tisch: Bundeskanzler Karl Nehammer. Regierungschefs in EU-neutralen Ländern sollten beim Thema der Nacht nicht außen vor bleiben: Europas Sicherheitsbedrohung.

„Die Zusammenarbeit zwischen der Nato und der EU ist ein wichtiger Bestandteil der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik der EU“, sagte Nehammer im Vorfeld. Allerdings, so die Bundeskanzlerin, sei der Nato-Beitritt “für uns in Österreich keine Denkvariante”.

Doch das für die Kanzlerin noch wichtigere Treffen stand nach dem Essen auf der Tagesordnung: das mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Dass die beiden überhaupt zusammengekommen sind, zeigt, dass die lange Eiszeit zwischen Österreich und der Türkei vorbei ist. Das letzte Treffen zwischen einem österreichischen Bundeskanzler, damals Werner Faymann, und Erdoğan liegt neun Jahre zurück.

“Chance für den Frieden”

Nehammer sieht Erdogan als Vermittler im Gespräch mit Kremlchef Putin. Der türkische Präsident wird sowohl von der Ukraine als auch von Russland angehört. Und Verhandlungen, „das ist ein Millimeterarbeit“, sagt Nehammer. Daher sieht der Kanzler seinen eigenen Beitrag zu einem Verhandlungsweg als Puzzleteil. “Wir dürfen nicht aufhören, alles in unserer Macht Stehende für die Chance des Friedens zu tun.”

Nehammer hofft auch, dass die Türkei helfen kann, die Blockade des ukrainischen Getreides zu durchbrechen. Putin versprach ihm in einem Telefongespräch, ukrainische Häfen nicht anzugreifen, wenn sie ihre Minen säubern würden. „Aber ohne Sicherheitsgarantien geht so etwas nicht“, sagt die Kanzlerin. Und die Türkei hat angeboten, diese Garantien zu übernehmen.

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