Ausland Neue EU-Statistik
Asylsuchende zieht es vor allem nach Deutschland
Stand: 14:54 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Flüchtlinge kommen in Italien an: Viele wollen weiter nach Deutschland
Welche: Getty Images
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In keinem anderen EU-Land werden so viele Asylanträge gestellt wie in Deutschland. Insgesamt weisen die EU-Statistiken für 2021 einen Anstieg von mehr als 30 Prozent aus. Die EU-Asylbehörde stellt eine besonders besorgniserregende Neuheit fest.
Deutschland bleibt Spitzenreiter bei Asylanträgen: 191.000 Asylanträge seien im vergangenen Jahr in Deutschland gestellt worden, teilte die EU-Asylbehörde mit Sitz in Malta, USA, am Dienstag mit. Dann Frankreich, Spanien und Italien. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 648.000 Asylanträge bei der EU gestellt, eine Steigerung von mehr als 30 Prozent. 118.000 Menschen erhielten den Flüchtlingsstatus und 64.000 Schutz durch Hilfe.
Die größten Bewerbergruppen waren Menschen aus dem kriegszerrütteten Syrien (117.000) und Afghanistan (102.000), wo das Chaos nach dem Abzug der internationalen Truppen und der Machtübernahme der Taliban im August eine Flüchtlingswelle auslöst. Männer machten 70 Prozent der Bewerbungen aus. Die Hälfte aller Bewerber war zwischen 18 und 35 Jahre alt.
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Besonders schlimm: Laut USAA kamen rund 23.600 Anträge, zwei Drittel mehr als 2020, von unbegleiteten Minderjährigen. Diese Gruppe ist besonders gefährdet, in die Hände von Kriminellen zu geraten. Menschenrechtsexperten warnen insbesondere vor Übergriffen durch Prostitution, aber auch vor Organentnahmen organisierter Krimineller.
Bemerkenswert sind die Erkenntnisse der Behörde zu den Haftbedingungen von Asylsuchenden oder abgelehnten Antragstellern. Die Inhaftnahme während oder nach einem Asylverfahren ist im EU-Recht aus mehreren Gründen ausdrücklich vorgesehen. Auf den griechischen Inseln Samos, Leros und Kos wurden seit Februar drei Haftanstalten mit rund 6.200 Plätzen eingerichtet.
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Allerdings sehen Asylbehörden die Haftbedingungen in Malta, Griechenland, Italien, Litauen und Polen „mit wachsender Sorge“. So wurde die Mindestfläche für einen Inhaftierten in Polen zeitweise von vier auf zwei Quadratmeter reduziert. In Finnland und Zypern bemängelt die EU-Behörde den fehlenden Zugang zu medizinischen Leistungen, zudem gab es Überwachungskameras und ein unzureichendes Meldesystem.
Auch die USAA analysierte die ersten Entwicklungen des laufenden Jahres. Derzeit wirkt sich die ukrainische Flüchtlingsbewegung, die am 24. Februar von Russland angegriffen wurde, stark auf Europa aus. Nach neuesten Zahlen haben die EU-Behörden bisher mehr als 3,4 Millionen ukrainischen Flüchtlingen vorübergehenden Schutz gewährt.
Der Status verleiht Menschen eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr, die ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Bildung in den EU-Staaten ermöglicht, ohne langwierige Verfahren durchlaufen zu müssen.