Neue Sanitäter auf zwei Rädern

Chronik

Die Pilotphase ist beendet und die neue Motorradstaffel des Unteren Roten Kreuzes nimmt ab sofort offiziell ihren Betrieb auf. Ehrenamtliche Mitglieder wollen es nutzen, um Aufgaben noch schneller erledigen zu können. Bisher wurden drei Leben gerettet.

28.05.2022 19.41

Online ab heute, 19:41

Mit fünf neuen Maschinen beginnt das neue Kapitel der Motorradstaffel des Roten Kreuzes Niederösterreich. Sie werden nun offiziell in ganz Niederösterreich eingesetzt, die Pilotphase ist beendet. „Das ist eine tolle Ergänzung und Erweiterung“, sagt Rotkreuz-Bezirksleiter Thomas Wallisch, der als Rotkreuz-Beauftragter auch die Segnung neuer Motorräder übernommen hat.

Die neun Automaten stehen in den Ämtern des Landkreises Marchfeld (Bezirk Gänserndorf) und Krems. Strategisch könne man so ein großes Gebiet abdecken, sagt Geschwaderkommandant Raphael Klippl. Auch die Nähe zur Autobahn ist strategisch wertvoll, denn hier befindet sich einer der Hauptarbeitsplätze der Motorradsanitäter.

Drei Leben gerettet

Toiletten werden gerufen, wenn beispielsweise im Stau dringend Hilfe benötigt oder Getränke verteilt werden müssen, der Zugang zum Werk aber beispielsweise erschwert ist. Deshalb finden sich in den Seitentaschen von „Notfahrrädern“ immer Wasserflaschen und Malbücher oder Kuscheltiere für Kinder.

Das Rote Kreuz erweitert seine Motorradstaffel

Das Niederösterreichische Rote Kreuz hat vor fünf Jahren mit dem Aufbau eines Motorradteams begonnen. Sie hat derzeit 19 Mitglieder und neun Einsatzfahrzeuge. Aber es sollten noch mehr sein.

Der Notfallkoffer enthält die Standardausrüstung eines Notfallsanitäters, zu der ein Defibrillator, ein Feuerlöscher, Bandagen und ein Ventilator gehören. Während der fünfjährigen Pilotphase wurden bereits drei Leben gerettet. „Das ist ein besonderes Geschenk für jeden dieser Menschen und ihre Familien“, sagt Wallisch.

ORF/Tobias Mayr Flottentraining fand am Samstag in Markgrafneusiedl statt

Neue Mitglieder werden gesucht

Angeblich wird die Motorradstaffel derzeit ausgebaut. „Voraussetzungen sind mehrjährige Erfahrung als Rettungssanitäter, ein großer Motorradführerschein ohne Probezeit und die Bereitschaft zur Zusatzausbildung“, erklärt Raphael Klippl. Bis auf den Kommandanten sind alle Mitglieder seines Geschwaders Freiwillige.

Obwohl in Deutschland und Ungarn seit Jahrzehnten Notfallsanitäter auf Motorrädern im Einsatz sind, werden sie erst in Österreich etabliert. Sie sind jetzt in Salzburg, Tirol und Niederösterreich erhältlich. Regelmäßig treffen sich die Landesstaffeln zum Gedankenaustausch. Am Wochenende trainierten die Salzburger gemeinsam mit Niederösterreich in Markgrafneusiedl (Bezirk Gänserndorf).

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