Verkehr
Zu schnelles oder illegales Fahren mit Elektrorollern auf Gehwegen oder hinderlich abgestellten Geräten soll in Wien zumindest teilweise der Vergangenheit angehören. Ein Scooterverleih in Wien bremst seine Geräte mit neuer Technik aus.
18.06.2022 16.00.2022
Online ab heute, 0.16 Uhr
„Unsere neue Sensortechnologie ermöglicht es uns, das Verhalten von Scootern genau und in Echtzeit zu beobachten und bei Fehlverhalten automatisch und schnell einzugreifen“, sagt Link Austria CEO Laurenz Vavrovsky. Wer zum Beispiel auf dem Bürgersteig fährt, kann ebenso angehalten werden wie jeder, der illegal entgegen der Einbahnstraße fährt. Aber auch das Stoppen des Verkehrs über Stoppschilder oder das bei Jugendlichen beliebte „Driften“ ist auf diese Weise möglich. Integrierte Sensoren machen dies möglich.
Diese Sensortechnologie erkennt Fehlverhalten und soll um ein Vielfaches genauer sein als die herkömmliche geografische Satellitenortung. Entwickelt wurde die Technologie von Superpedestrian, das Elektroroller in Wien unter dem Namen Link anbietet und 2013 als Spin-off des Massachusetts Institute of Technology (MIT Senseable City Lab) gegründet wurde. Acht Jahre dauerte die Entwicklung der Basistechnologie „Vehicle Intelligence“, die großflächige Mikromobilität nachhaltig, effizient und sicher machen und damit die Herausforderungen des Stadtverkehrs lösen soll.
Das System heißt „Pedestrian Defense“ (Fußgängerschutz)
Im Sommer sollen die ersten 300 Scooter mit der Technik ausgestattet werden. Nach und nach würden die 1.500 Roller in Links Flotte umgerüstet. Erfahrungen aus Chicago beispielsweise zeigen, dass bereits eine kleine, schrittweise Umstellung der Flotte eine weitreichende Wirkung auf das Nutzerverhalten haben kann, sagte Vavrovsky. Obwohl mit dem neuen System die sogenannte Pedestrian Defense (Fußgängerschutz) nur noch alle zehn Fahrten gemacht werde, habe dies “bereits positive Auswirkungen”.
Lukas Pichelmann Sensoren machen Elektroroller sicherer
So sind falsch abgestellte Roller auf Gehwegen für viele Menschen gefährlich, besonders aber für Sehbehinderte und Blinde. Auch hier ist neue Technik im Spiel, Parksheriffs sollen aber auch dafür sorgen, dass Scooter und andere Verkehrsteilnehmer reibungslos interagieren.
„Das Parken von Elektrorollern ist ein sensibles Thema für alle in der Stadt, wir wissen, dass wir mit unserer eigenen Parkhausverwaltung, die sieben Tage die Woche unterwegs sein wird, der Stadt bei diesem Problem sehr aktiv helfen werden.“ . Vavrovsky sagt: „Die Sheriffs des Parks setzen in Zusammenarbeit mit zwei anderen Rollervermietern ein. Die Bedeutung dieser Maßnahmen unterstreicht die Registrierung von Rollerunfällen. Laut Polizei gab es in diesem Jahr so viele Rollerunfälle. Januar bis März insgesamt im Vorjahr waren es rund 50 Unfälle mit Personenschaden.