Neurodermitis auf einen Blick
- Neurodermitis wird auch als atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem bezeichnet.
- Neurodermitis ist eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit.
- Typische Symptome sind Hautausschlag und unerträglicher Juckreiz.
- Neurodermitis tritt häufig bei Kindern auf und bessert sich oft mit zunehmendem Alter oder verschwindet sogar ganz.
- Die Neurodermitis verläuft phasenweise, die Symptome sind mal mehr, mal weniger stark.
- Meistens werden die Ausbrüche durch bestimmte Auslöser ausgelöst.
- Bei Erwachsenen sind vor allem Gesicht, Hals, Ellbogen, Kniekehlen, Hände und Füße von Neurodermitis betroffen.
- Neurodermitis kann nicht geheilt werden, aber eine gute Hautpflege, Medikamente und das Vermeiden von Auslösern können die Krankheit oft kontrollieren.
Die Haut ist trocken, schuppig und juckt: Wir haben die Fakten zur chronischen Hautkrankheit Neurodermitis und sagen Ihnen, was hilft. © Satjawat Boontanataweepol
Was ist Neurodermitis?
Die atopische Dermatitis ist eine chronische oder wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung. Sie wird auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet und tritt häufig zusammen mit Heuschnupfen, Allergien oder allergischem Asthma auf. Die Krankheit ist nicht ansteckend und verläuft schubweise, die Haut ist trocken, schuppig, rötlich und juckt stark. Neurodermitis im Gesicht betrifft vor allem die Augen-, Lippen- und Mundpartie. Auch in der akuten Phase können sich Tränenblasen bilden. Atopische Dermatitis tritt fast immer in der Kindheit auf, aber viele Kinder werden im Laufe der Zeit asymptomatisch. In Deutschland leiden schätzungsweise zwischen 1 und 3 Prozent der Erwachsenen an Hauterkrankungen, Kinder sind deutlich häufiger betroffen. Ein akuter Neurodermitis-Schub wird meist durch äußere Einflüsse, aber auch durch psychischen Stress oder hormonelle Faktoren verursacht.
Neurodermitis: Wer ist betroffen?
Atopisches Ekzem tritt häufig in den ersten Lebensmonaten auf. Je früher ein Kind erkrankt, desto schneller wächst die Krankheit in den meisten Fällen und viele Kinder lassen die Krankheit spätestens mit der Pubertät hinter sich. In manchen Fällen begleitet uns die Neurodermitis jedoch ein ganzes Leben lang und kann unsere Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Im Erwachsenenalter erkranken Frauen häufiger als Männer.
Neurodermitis: Das sind die typischen Symptome
Neurodermitis tritt in Phasen auf. Akute Schübe der Krankheit kommen zu chronischen Entzündungen hinzu.
Die Symptome einer chronischen Entzündung sind:
- trockene und schuppige Haut
- empfindliche Haut, die leicht reißt
- großflächige und corianische Verdickung der Haut (Lichenifikation)
- Knötchen und Pusteln
Die Symptome einer akuten Entzündung sind:
- intensive rote Haut
- Blasen weinen
- starker Juckreiz
- Haut brennt
- typische Neurodermitis-Areale: Hände, Ellbogen, Kniekehlen und Gesicht
Starker Juckreiz und rote Hautstellen mit Brennen: Hier lesen Sie, was die Hautkrankheit Neurodermitis auslöst und was hier hilft. © trioceà
Neurodermitis an der Hand äußert sich in Rötungen, Blasen, Schnitten, Rissen und Verdickungen der Haut. Neurodermitis am Auge wird auch als Lidekzem bezeichnet und ist nicht nur mit Juckreiz und Schmerzen, sondern oft auch mit geschwollenen Augenlidern behaftet. Starker Juckreiz hält oft den ganzen Tag an und verschlimmert sich nachts. Es wirkt sich sehr stark auf uns aus, wir kratzen uns ständig, manchmal unbewusst. Schlafstörungen treten auf, wir sind ständig müde und haben deshalb oft Probleme in Schule und Beruf.
Neurodermitis: Das sind die Ursachen
Es gibt keine einzelne Ursache für Neurodermitis. Vielmehr ist es eine Kombination mehrerer Faktoren, die Hautkrankheiten auslösen. Das beinhaltet:
- Veränderte Hautbarriere: Das Stratum Corneum, die oberste Schicht unserer Haut, wird durch Entzündungsreaktionen der Haut verändert und kann seine Schutzfunktion nicht mehr richtig erfüllen. Dadurch verliert die Haut viel Feuchtigkeit und trocknet schnell aus. Andererseits können Reizstoffe, Allergene und Keime leicht durch die Hautbarriere dringen.
- Vererbung: Wenn beide Eltern Ekzeme haben, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 60 bis 80 Prozent, dass das Kind betroffen ist. Ist nur ein Elternteil betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40 Prozent.
- Allergien: 2 von 3 Neurodermitis-Patienten haben eine Begleitallergie, meist gegen Nahrungsmittel, Pollen, Milben oder Tierhaare, manchmal auch eine Kontaktallergie gegen Duft- oder Konservierungsstoffe in Kosmetika.
- Auslöser: Ein Ekzemausbruch wird oft durch einen Auslöser ausgelöst, der Folgendes beinhaltet:
- Extremes Klima wie kalt, trocken, warm, verrückt
- Trockene Haut für häufiges Waschen
- Mechanische Beanspruchung der Haut wie Kratzer oder Reiben von Kleidung auf der Haut
- bestimmte Lebensmittel und Zusatzstoffe
- Umwelteinflüsse wie Pollen, Hausstaub, Chemikalien
- Stress, Konflikte, Erschöpfung oder andere psychische Belastungen
- Tierhaare und Federn: Katze, Meerschweinchen, Hamster, Pferd
- Infektionen
Neurodermitis: So erkennen Sie atopische Dermatitis
Nicht alle juckenden Hautläsionen sind atopische Ekzeme. Lassen Sie deshalb am besten Ihren Arzt auf Neurodermitis abklären. Die Anamnese erfolgt in einem Gespräch, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung und diversen Tests zum Ausschluss anderer Erkrankungen. Bei Verdacht auf atopische Dermatitis im Zusammenhang mit einer Allergie werden entsprechende Allergietests und eine Blutuntersuchung durchgeführt.
Was hilft gegen Neurodermitis?
Neurodermitis ist eine chronische Hautkrankheit, die nicht geheilt werden kann. Die Behandlung von Neurodermitis ist ein langes Thema und ihr Hauptziel ist es, die Symptome zu lindern, also den Juckreiz erträglicher zu machen und die Zeit zwischen den akuten Schüben zu verlängern. Dazu werden mehrere Behandlungsansätze kombiniert.
Intensive Hautpflege
Die ständige Hautpflege ist der wichtigste Teil der Neurodermitis-Therapie und sollte lebenslang angewendet werden. Tragen Sie dazu mindestens zweimal täglich großzügig eine Feuchtigkeitscreme auf. Als Richtwert für einen Erwachsenen gilt etwa 1 Kilogramm Creme im Monat, also 2 bis 3 Flaschen Bodylotion! So wird Ihre Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt und Juckreiz gelindert.
Pflegen Sie Ihre Haut und tragen Sie eine Feuchtigkeitscreme auf: Im Beauty-Artikel finden Sie unsere Beauty-Tricks, die bei Neurodermitis helfen. © fizkes
Reizvermeidung
Einige Substanzen können die Haut reizen, verwenden Sie daher Körperreinigungsgel, Shampoo und seifenfreie Reinigungsmittel sowie hypoallergene, parfümfreie Reinigungsmittel. Vermeiden Sie möglichst alle Stoffe, die Ihre Haut reizen und einen Neurodermitis-Ausbruch auslösen können. Dies kann aufgrund der langen Liste möglicher Auslöser zunächst schwierig sein, im Laufe der Therapie werden jedoch immer mehr Auslöser identifiziert und gezielt vermieden.
Behandlung mit Kortisonsalben
Treten Neurodermitis-Ausbrüche auf, werden diese mit kortisonhaltigen Salben behandelt. Dies ist sehr effektiv bei der Linderung von Juckreiz und Entzündungen. Verwenden Sie kortisonhaltige Salben jedoch nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt, denn Kortisoncreme macht die Haut dünner und die Neurodermitis verschlimmert sich mit der Zeit. Bei häufigen Ausbrüchen kann Kortison in Abständen zweimal pro Woche in den betroffenen Hautstellen brennen, sodass Ausbrüche deutlich seltener auftreten.
Anwendung der Lichttherapie
Die Phototherapie hat sich mittlerweile fest in der Therapie der Neurodermitis etabliert. Es beruhigt das Immunsystem in den oberen Hautschichten und wirkt Entzündungen entgegen. In den meisten Fällen sind mehrere Sitzungen erforderlich, die ambulant in Absprache mit einem Hausarzt durchgeführt werden. Aber Vorsicht: Ähnlich wie beim Sonnenbaden kann die Lichttherapie das Risiko vorzeitiger Hautalterung sowie Herpes- und Hautkrebsinfektionen erhöhen.
Immunsuppressiva
Bei ausgedehnter und schwerer Neurodermitis werden Medikamente verabreicht, die das Immunsystem unterdrücken. Dies kann schwere und anhaltende Ekzeme lindern. Diese Therapie wird nur unter ärztlicher Aufsicht und nur zeitlich begrenzt durchgeführt, da schwerwiegende Langzeitnebenwirkungen auftreten können.