Eine Privatschule in Niederösterreich warb mit Abitur. Jetzt hat Konrad W. keine Abschlussprüfungen, seine Eltern ziehen vor Gericht.
Konrad aus Gänserndorf musste mit dem Abitur eine Montessori-Schule in Niederösterreich absolvieren, seine Eltern zahlten fast 500 Euro Schulgeld im Monat und nun steht der 18-Jährige ohne Titel da.
„Wir wollten, dass unser Sohn Abitur hat“
Nach Abschluss der achten Klasse („normale“ Schule, nicht Montessori, Anm.) suchten die Eltern eine Schule mit Abitur und wurden im Stadtteil Gänserdorf fündig: „Nach dem Besuch der Schule haben wir „ich war sehr beeindruckt durch diese Unterrichtsform. Früher, zumal diese Privatschule auch mit Abitur abgeschlossen werden konnte”, erklärt der Vater, der selbst nebenberuflich als Pädagoge tätig war.
Die Schulleiterin rief die Eltern zu sich
Die Eltern waren bereit, das monatliche Schulgeld von 480 Euro zu zahlen, damit ihr Kind in einer ruhigen Umgebung lernen konnte. Doch nach dreieinhalb Jahren war plötzlich alles anders: „Vor dem zweiten Semester des vergangenen Jahres wurden alle Eltern an die Schule gerufen. Dort teilte uns der Rektor mit, dass die Schule nicht durch Abitur zugelassen sei.“ sagte der verzweifelte Vater. Ihm zufolge wurden die Eltern aufgefordert, nach einer Alternative für ihre Kinder zu suchen, damit die Schüler einen Abschluss machen können.
„Sie wurden getäuscht“
„Die Zukunft unseres Sohnes stand auf dem Spiel. Wir und andere Eltern wurden getäuscht“, sagte der Vater. Jetzt müssen Sie nach einer Alternative für Ihr Kind suchen.
Eltern fordern Schadensersatz
Die Schule bat die Eltern auch, das restliche Schulgeld zu überweisen. „Wir müssten eine Zeit bezahlen, in der unser Konrad nicht mehr in dieser Schule war. Der Direktor sagte, wir müssten mit den Kindern rausgehen und uns andere Schulen suchen.
Jetzt haben die Eltern sogar Klage eingereicht. Sie fordern eine Entschädigung von rund 6.000 Euro. Auf Nachfrage des zuständigen Anwalts sagte er: „In einem laufenden Verfahren werde ich keine Auskunft geben.“
„Wir haben noch nie etwas versprochen, was wir nicht halten können. Und wir klagen auch, nämlich auf ausstehendes Schulgeld“, sagt der Direktor der Montessori-Schule im Landkreis Gänserndorf.
Als die Schulleitung nach „Heute“ fragte, waren sie von den Aussagen der Eltern überrascht. „Wir haben den Eltern der Schüler keine Versprechungen gemacht, die wir nicht halten können“, sagte der Schulleiter. Sie weiß von der Beschwerde der Eltern, aber auch die Schule hat Anzeige gegen die Familie erstattet. Begründung: Vereinbarte Schulgebühren wären nach einer gewissen Zeit nicht mehr gezahlt worden.
„Ich muss auch darauf hinweisen, dass der Schüler die Schule bisher nicht abgebrochen hat. Er ist einfach nicht mehr gekommen“, so die Grundschullehrerin abschließend. Laut Schulhomepage können Montessori-Schülerinnen und -Schüler im BRG Wolkersdorf eine Externe Matura machen.
“Bislang habe ich meine Matura für Externe nicht gemacht”
Auf Nachfrage beim BRG Wolkersdorf wurde ihm folgendes mitgeteilt: „Bisher hat noch kein Schüler dieser Schule eine externe Prüfung bei uns abgelegt. Wir haben auch keine explizite Kooperation mit der Schule. Wir sind generell für diese Region zuständig externe Prüfungen.”
Gerichtstermin 6. Juli
Doch die Eltern der 18-Jährigen fühlen sich von der Montessori-Schule betrogen. „Der Lehrplan dieser Schule ist nicht mit einer normalen Schule gleichzusetzen. Deshalb wird es schwierig sein, anderswo das Abitur zu machen“, befürchtet die Familie.
Der erste Prozess findet am 6. Juli statt: “Uns wurde ein Titel von dieser Schule versprochen und dieser Vertrag wurde gebrochen. Wir wollen andere Familien warnen, damit ihre Kinder nicht dasselbe empfinden”, schließt der Vater.
Nav-Compte Hot Time01.07.2022, 05:00 | Zeit: 01.07.2022, 05:00