Noch ein Streit im Berliner Freibad: rund 250 Beteiligte

250 Teilnehmer, 60 Polizisten

In Berliner Bädern eskaliert der Streit um Wasserpistolen

In einem Freibad in Berlin-Neukölln ist am Sonntag ein Streit eskaliert. Was mit einem harmlosen Strahl von Wasserpistolen begann, endet mit einer gebrochenen Nase, Körperverletzungsvorwürfen und dem Polizeiaufgebot von 60 Einsatzkräften.

Veröffentlichung: 18:02

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Aktualisiert: 18:05 Uhr

Lange Zeit war es still um das Columbiabad in Berlin-Neukölln, bis jetzt. Am Sonntag brach erneut eine große Auseinandersetzung aus. Etwa 250 Personen waren an dem Konflikt beteiligt und er sorgte für Aufsehen. Die Polizei zog mit einem Großaufgebot ab. Wie der “Spiegel” schreibt, waren insgesamt 60 Polizisten im Einsatz.

Ausgangspunkt am Sonntagnachmittag sei eine Schlange an der Wasserrutsche im Sommerschwimmbad im Bezirk Neukölln gewesen, teilte die Berliner Polizei am Montag mit. Ein 21-jähriges Mädchen und ihre Mitschüler sollen von mehreren Kindern gegen ihren Willen mit Wasserpistolen bespritzt worden sein.

Das Berliner Sommerbad in Neukölln gilt seit langem als Berlins bekanntestes Freibad. Schlägereien, Messerstechereien und Drohungen waren an der Tagesordnung. Die Situation hat sich zuletzt verbessert: Die Veranstaltungen am Sonntag entsprechen nun dem einstigen Ruf des Columbiabads.

Seine Nase blutete stark

Nach Spritzern mit Wasserpistolen soll es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sein, in die ein 35- bis 40-jähriger Mann verwickelt war. Außerdem soll er dem 21-Jährigen eine Wasserpistole direkt vors Gesicht gehalten und abgedrückt haben. Doch das ließ die junge Frau nicht auf sich sitzen: Sie soll ihn angespuckt haben. Dann eskalierte der Konflikt: Er schlug ihr mit dem Spielzeug ins Gesicht.

Die alarmierten Rettungsschwimmer kümmerten sich um die Frau, die nach dem Schlag stark aus der Nase blutete, und stellten eine gebrochene Nase fest. Zudem wurde die Polizei zum Freibad alarmiert. Während der Aufzeichnung des Vorfalls kam es plötzlich zu Unruhen. Einsatzkräfte und Pool-Sicherheitspersonal wurden von bis zu 250 Schwimmern belästigt.

Da eine Vielzahl von Personen die Anweisungen des Freibadpersonals missachteten, ließ der Schichtleiter des zuständigen Ordnungsdienstes die Anlage mit sofortiger Wirkung schließen. Alle Badegäste wurden aufgefordert, das Gelände zu verlassen, was nicht alle befolgten. Erst als weitere Beamte eintrafen, beruhigte sich die Lage. Das Badezimmer wurde früh geschlossen.

Ab sofort mehr Sicherheitspersonal in den Berliner Schwimmbädern

Der Mann, der den 21-Jährigen geschlagen haben soll, wurde nicht mehr gefunden. Die Ermittlungen – auch wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch – gingen weiter.

Erst kürzlich hatte es einen ähnlichen Vorfall in einem Freibad in Berlin gegeben: Am vergangenen Wochenende gipfelte das Planschen mit Wasserpistolen in einem Sommerbad im Bezirk Steglitz in einer Schlägerei zwischen hundert Menschen. Dann kündigten die Berliner Bäder an, sich besser auf das gerade vergangene Wochenende vorbereiten zu wollen. Unter anderem sollen mehr Sicherheitskräfte eingesetzt werden. (AFP/dzc)

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