North Stream Maintenance – Gewessler rechnet mit einem Rückgang der Gasflüsse

10.07.2022 12:29 (Akt. 10.07.2022 12:30)

Gaspipeline North Stream 1 von der Ostsee nach Deutschland © APA / dpa

Mit der morgen beginnenden Wartung der Pipeline Nord Stream 1 werde weniger Gas nach Österreich gelangen, prognostiziert Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne). Dies wirkt sich auch auf die Lagerung aus. Das Speicherziel der Bundesregierung könne nach Berechnungen der E-Control aber noch erreicht werden, wenn Russland nach der Wartung Erdgas in der vereinbarten Menge nachliefere, sagte der Minister am Sonntag in einer Aussendung.

Der kritische Moment ist der geplante Neustart der Pipeline, der für den 21. Juli geplant ist. „Niemand kann heute vorhersagen, ob die Lieferungen später wieder vollständig aufgenommen werden. Der 21. Juli ist daher ein kritischer Termin für die europaweite Gasversorgung“, betonte Gewessler.

Für direkte Gaslieferungen nach Österreich spielt Nord Stream 1 also nur eine untergeordnete Rolle. „Österreich wird hauptsächlich über das Pipelinesystem durch die Ukraine versorgt. Aufgrund des Totalausfalls der Versorgung durch Nord Stream 1 aufgrund von Wartungsarbeiten kommt es jedoch zu einem deutlichen Rückgang der Lieferungen nach Österreich“, heißt es in der Aussendung.

Die Bundesregierung begrüßte heute Kanadas Ausfuhrgenehmigung für reparierte Turbinen für die Pipeline Nord Stream 1. „Wir begrüßen die Entscheidung unserer kanadischen Freunde und Verbündeten“, sagte ein Regierungssprecher am Sonntag. Das Bundeswirtschaftsministerium attestierte einen “guten und konstruktiven Austausch mit der kanadischen Regierung”.

Die kanadische Regierung hat am Samstag eine befristete Sondergenehmigung für Ausfuhren erteilt, die wegen der Sanktionen gegen Russland infolge des Ukraine-Krieges erforderlich war. Daher können die reparierten Turbinen nach Deutschland geliefert werden.

Der kanadische Rohstoffminister Jonathan Wilkinson stellte fest, dass die deutsche Wirtschaft ohne eine ausreichende Versorgung mit Erdgas „sehr große Schwierigkeiten“ hätte. Deutsche Haushalte liefen zudem ” Gefahr, im nächsten Winter nicht mehr heizen zu können”.

Russland nannte den Ausfall einer Turbine Mitte Juni als einen der Gründe für die Verlangsamung seiner Gasversorgung durch die Nord-Stream-Pipeline. Die Bundesregierung stellte dieses Argument in Frage.

Die Bundesregierung hatte sich in den vergangenen Wochen intensiv um die Genehmigung Kanadas für die Anlagen bemüht. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte der kanadischen Regierung vorgeschlagen, die Turbine nach Deutschland zu liefern, wenn dies die Entscheidung rechtlich erleichtere.

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