“Bemerkenswerte Misserfolge” Russische Elitetruppen sollen mehrfach gescheitert sein
26. Mai 2022, 16:56 Uhr
Die russische Luftwaffe genießt Elitestatus innerhalb der russischen Armee. In der Ukraine sollen sie jedoch an mehreren Einsätzen mit Verlusten teilgenommen haben. Das britische Verteidigungsministerium spricht in einem Lagebericht von “großen Verlusten”.
Der britische Geheimdienst bescheinigt den russischen Luftlandetruppen mehrere schwere Fehler bei ihrem Angriff auf die Ukraine. Seit Kriegsbeginn seien sie an mehreren “bemerkenswerten taktischen Fehlern” beteiligt gewesen, schreibt das Verteidigungsministerium in seinem täglichen Geheimdienst-Update auf Twitter. “Dazu gehört auch der Versuch, im März über den Flugplatz Hostomel nach Kiew vorzudringen.” Darüber hinaus sind Eliteeinheiten dafür verantwortlich, dass der Fortschritt entlang der Isyum-Achse seit April und die kostspielige Überquerung des Seversky Donets-Flusses gestoppt wurden.
Dem Bericht zufolge ist die russische Luftwaffe normalerweise für die anspruchsvollsten Militäroperationen zuständig. Die 45.000 Mann starke Einheit besteht hauptsächlich aus Berufssoldaten. Er genießt Elitestatus innerhalb der russischen Armee und erhält ein besseres Gehalt.
Die blaue Baskenmütze ist das Markenzeichen der russischen Luftlandetruppen.
(Foto: Bild Allianz / dpa)
Nach Angaben des britischen Geheimdienstes wurden beim Angriff auf die Ukraine jedoch immer wieder Truppen mit Operationen beauftragt, für die schwerere gepanzerte Infanterie angemessener gewesen wäre. Dadurch seien „große Verluste“ entstanden, heißt es im kurzen Lagebericht. Die gemischte Aktion spiegelt strategisches Missmanagement und „Russlands Unfähigkeit, die Luftüberlegenheit aufrechtzuerhalten“ wider.
Operation im feindlichen Rücken
Die russischen Luftlandetruppen sind in vier Brigaden eingeteilt. Hinzu kommen die Eliteeinheiten der 45. Spezialaufklärungsbrigade der Roten Armeegarde. Diese wurde 1994 aus den Bataillonen 901. und 218. Special Forces gebildet, die als Spetsnaz bekannt sind. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Einsatz zusätzlicher Landetruppen im feindlichen Rücken vorzubereiten. Normalerweise entfernt sich die Brigade nicht weiter als 2000 Kilometer von der Einheit. Während des Ersten Tschetschenienkrieges nahm die Brigade am Angriff auf Grosny teil und bereitete den Eingang für die nächste Infanterie vor.
In der Ukraine aber heißt es, die Macht der Truppen sei stark erschöpft. Der britische Geheimdienst hatte bereits Anfang Mai erhebliche Verluste gemeldet. “Es wird wahrscheinlich Jahre dauern, bis Russland diese Truppen wieder aufstellen kann”, sagte er damals. Unter anderem wurde Anfang März der wichtige Spetsnaz-Kommandant Andrei Sukhovetsky erschossen. Über seinen Tod wurde auf der Website der Union Russischer Fallschirmjäger und in den russischen Staatsmedien berichtet.