NRW bietet ein Musterformular zur Beantragung eines kostenlosen Kronentests an

2. Juli 2022 um 16:41 Uhr

Eigenerklärung genügt: NRW bietet ein Musterformular an, um Anspruch auf eine kostenlose Kronenprobe zu haben

Ein Mitarbeiter eines Testzentrums nimmt einen Nasenabstrich (Symbolbild).
Foto: dpa / Kira Hofmann

Bürgertests der Düsseldorfer Krone sind ab Ende Juni gebührenpflichtig. Allerdings nicht für jeden. Das Gesundheitsministerium NRW bietet ab sofort ein Musterformular zum Download an, mit dem Sie bei Erfüllung der Voraussetzungen ein kostenloses Probetraining machen können.

Das teilte die Landesregierung am Samstag in Düsseldorf mit. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Test für Bürger weiterhin kostenlos. Anspruch auf ein kostenloses Probetraining haben beispielsweise Frauen im ersten Trimenon der Schwangerschaft, Kinder bis fünf Jahre, Haushaltsangehörige von Infizierten, pflegende Angehörige, Menschen mit Behinderungen und deren Betreuer oder Bewohner sowie Besucher von Pflegeheimen, Kliniken oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Alle anderen müssen drei Euro zahlen.

Kritisiert wurde der bürokratische Aufwand für den notwendigen Nachweis. Das Bundesgesundheitsministerium habe dem NRW-Gesundheitsministerium zugesichert, dass eine Eigenerklärung ausreiche, teilte das Land mit. Bürgerinnen und Bürger können das Formular herunterladen und ausfüllen. Das Ministerium will dazu beitragen, dass Kronentests problemlos durchgeführt werden können.

Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen auch telefonisch an das Ministerium wenden. Fragen zu den neuen Regelungen werden unter 0211 855-5 beantwortet.

Unterdessen werden angesichts steigender Infektionszahlen Rufe nach einer schnellen gesetzlichen Bereitschaft für eine Herbst-Kronenwelle lauter. „Es müssen jetzt sehr schnell weitere Vorkehrungen gegen die Krone erarbeitet werden, damit bewährte Maßnahmen notfalls auch im Herbst und Winter möglich sind“, schrieb Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) am Samstag auf Twitter. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte zuvor vor einer deutlichen Verschlechterung der Lage gewarnt.

„Wir haben im Herbst und Winter starke Wellen“, sagte der SPD-Politiker am Freitagabend im „heute journal“ des ZDF. Nach Vorlage eines Gutachtens verpflichtete sich Lauterbach, die Revision des Infektionsschutzgesetzes zu beschleunigen. Im Frühjahr wurden die Bestimmungen stark reduziert und die derzeitige Rechtsgrundlage auf nationaler Ebene läuft am 23. September aus.

Am Freitag legte ein Expertengremium einen lang erwarteten Bericht über die Wirksamkeit bisheriger Kronenschutzmaßnahmen vor. Folglich können Schutzmaßnahmen wie die Verwendung einer Maske weiterhin gegen das Kronenvirus sinnvoll sein. Experten stellen jedoch viele andere bekannte Erkrankungen in Frage, mangels ausreichender Datenlage sind verlässliche Einschätzungen nicht möglich.

Der Bericht sei wichtig, solle aber kein “Bremsbelag” sein, schrieb Lauterbach auf Twitter. Eine Blockade wie zu Beginn der Pandemie im ZDF schloss er aus: „Das würden wir nicht wiederholen.“ Aber es könnte sein, dass die eine oder andere Maßnahme wieder Sinn macht. Details wollte Lauterbach mit Verweis auf vertrauliche Verhandlungen mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) nicht nennen. Am Freitag hatten sie bereits ein anderthalbstündiges Gespräch begonnen. „Ich denke, wir werden schnell sein“, betonte Lauterbach. Ein gutes Infektionsschutzgesetz wird in den kommenden Wochen ausgearbeitet.

Buschmann schließt derweil nicht aus, dass mit Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes (IfSG) eine weitreichende Maskenpflicht in Deutschland wieder eingeführt wird. „Wahrscheinlich werden wir noch in diesem Monat ein Konzept präsentieren. Zweifellos wird die Maske dabei eine Rolle spielen“, sagte Buschmann laut Vorbericht im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“. Ihr Grundsatz ist „situatives Verhalten: Nimmt die Gefahr ab, müssen Maßnahmen zurückgenommen werden. Nimmt die Gefahr zu, muss ihr angemessen entgegengewirkt werden. Der Auswertungsbericht bestätigt jedenfalls, dass die medizinische Maske im Inneren ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist.“ Mögliche neue Blockaden lehnte Buschmann klar ab. Außerdem kündigte er an, die Datenlage umgehend verbessern zu wollen.

Lauterbach kritisierte auch die Abschaffung der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr in Bayern. Ab Samstag gilt nur noch in Bussen und Bahnen eine Maskenpflicht. Angesichts der Corona-Sommerwelle ein klarer Fehler, so Lauterbach auf Twitter. „Eine Lockerung der Welle erscheint unlogisch und diskreditiert die gleichzeitige Forderung nach mehr Handeln der Bundesregierung.“ Bayerns Ressortleiter Klaus Holetschek (CSU) wies die Kritik zurück: „Bayern hält in allen Bundesländern am längsten an der FFP2-Maske fest.“ er sagte. Das Gutachten bestätigte auch, dass der richtige Sitz für die Schutzwirkung einer Maske besonders wichtig ist.

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, warf den Ländern vor, immer nach der Bundesregierung zu fragen, aber wenig dagegen zu tun. „Sie fordern oft freiheitsbeschränkende Maßnahmen, sind aber organisatorisch nicht auf die Herbst-/Winterwelle vorbereitet“, sagte Dürr dem Deutschlandfunk. “Erst erwarte ich eine organisatorische Vorbereitung ohne Freiheitseinschränkungen, und dann werden wir sehen, was noch nötig ist, was wir den einzelnen Bürger noch fragen müssen.”

Bei einer Ausweitung der gesetzlichen Vorgaben für Grundschutzmaßnahmen sieht Dürr keinen großen Zeitdruck, da dies sehr schnell passieren könnte. „Der Deutsche Bundestag hat es geschafft, diese Maßnahmen in wenigen Tagen zu verabschieden. Wir sind also für den Fall der Fälle (das Worst-Case-Szenario) bereit, auch im Sommer, wenn etwas passiert.“ Bestimmte Maßnahmen schloss er jedoch kategorisch aus: „Einschließungen können nicht zurückkehren, Ausgangssperren. Die Schließung von Schulen sollte keines der Instrumente zulassen, die wir auf allen Ebenen einsetzen.“

Seit einiger Zeit steigen die Infektionszahlen wieder, und die ansteckendere Unterlinie omicron BA.5 dominiert bereits das Infektionsgeschehen. Laut einer Umfrage befürwortet fast die Hälfte der Menschen in Deutschland sofort strengere Regeln. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ sagten 49 Prozent Ja, wenn aktuelle Corona-Maßnahmen sofort verschärft werden müssen. 43 % waren dagegen, 8 % unentschlossen.

(gefühlt / dpa)

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