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Der neue Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein ist kein Deutscher, sondern Däne.
Genauer: Claus Ruhe Madsen (49 Jahre, selbstständig). Madsen ist vielen Deutschen bereits ein Begriff: Seit drei Jahren ist er Oberbürgermeister von Rostock.
Der neue Stab in der künftigen schwarz-grünen Kieler Landesregierung ist vor wenigen Tagen durchgesickert. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat Madsens Berufung nun auf einem Landesparteitag in Neumünster bestätigt.
Der 49-jährige Däne leitet seit 2019 das Rostocker Rathaus und ist damit der erste Bürgermeister einer deutschen Großstadt ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Als Gast einer Talkshow während der Corona-Pandemie wurde er landesweit bekannt.
Zuletzt ging es als Verwaltungschef vor allem um Schadensbegrenzung: Rostock sagte die für 2025 geplante Bundesgartenschau ab, ein Novum in der 70-jährigen Geschichte von Buga.
Madsen wird in Kiel auch für Transport, Arbeit, Technologie und Tourismus verantwortlich sein. Günther sagte, er habe in den vergangenen Jahren mehrere spannende Begegnungen mit Madsen gehabt, zum Beispiel mit der dänischen Königin. Sie hätten auch ein ähnliches Verständnis von politischem Stil, betonte Günther. Madsen wird der erste Däne in Schleswig-Holstein auf einem Ministerposten.
Neben der Tätigkeit im Wirtschaftsministerium gibt es in Kiel noch eine spannende Stelle: Aminata Touré (Grüne) ist die erste afrikanisch-deutsche Frau, die Ministerin in Deutschland wird. Er wurde vor 29 Jahren in einem Flüchtlingsheim in Neumünster geboren, seine Eltern stammen aus Mali. Er leitet nun das Sozialministerium.
Madsen stammt aus Kopenhagen und lebt seit 1992 in Deutschland. Nach dem Abitur arbeitete er zunächst in einem Möbelhaus im Ruhrgebiet, bevor er 1998 sein eigenes Möbelhaus in Rostock eröffnete. Sein unternehmerisches Engagement und seine unkonventionelle Art führten ihn zu head 2013 die IHK zu Rostock als Präsident.