Oberstleutnant Deutsch zu sexy für die Bundeswehr

Frauen im Dienst und Männer in besonders repräsentativen Rollen müssen auch privat im Internet zurückhaltend auftreten. Das hat nun das Bundesverwaltungsgericht entschieden.

Vorausgegangen war ein kurioser Fall: Anastasia Biefang (47), eine hochrangige Mitarbeiterin der Bundeswehr, meldete sich 2019 auf Tinder mit folgenden Worten: „Spontane, lustvolle, trans* Beziehung, offen für Sex „Alle Genres sind willkommen.“ Ein Foto von dir.

Als sein Disziplinarvorgesetzter davon erfuhr, tadelte er sie. Biefang kämpfte erfolglos. Das zuständige Truppendienstgericht genehmigte es jedoch mit der Begründung, dass der Wortlaut des Profils „Zweifel an der moralischen Integrität des Kommandanten wecken würde“. Außenstehende haben den Eindruck, dass sie sich und ihre Sexualpartner auf reine Sexualobjekte reduzieren, was sich auch negativ auf den guten Ruf der Bundeswehr auswirkt.

„Wahrscheinlich lasse ich Profile von Vorgesetzten prüfen“

Nun hat sich auch das Bundesverwaltungsgericht auf die Seite des Managers gestellt. Das Verhalten des Soldaten schadet nicht unmittelbar dem Ansehen der gesamten Bundeswehr. Die Menschen sind frei, ihre sexuellen Beziehungen zu wählen und promiskuitives sexuelles Verhalten zu zeigen. Dies ist durch das Persönlichkeitsrecht geschützt. Aber Biefang hatte als Kommandant mit 1.000 Mitarbeitern eine besonders repräsentative Stellung. Das müssen Sie bei der Wahl Ihrer Worte und Bilder im Hinterkopf behalten.

„Formulierungen, die Zweifel an der Integrität des Charakters aufkommen lassen, sollten vermieden werden“, wurde Präsident Richard Häussler der Urteilsverkündung gegenüber „n-tv“ zitiert.

Biefang verstand die Welt nicht mehr. Die 47-Jährige sagte dem Portal, sie wisse noch immer nicht, was an ihrem Auftritt irreführend sein soll. „In Zukunft werde ich wahrscheinlich meine Führungskräfte meine Profile überprüfen lassen, um zu sehen, ob das legal ist.“ Biefang, der den Dienstgrad eines Oberstleutnants bekleidet, ist jetzt Leiter der Abteilung Cyberspace und Informationskommando in Bonn. (vof / AFP)

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