OeNB erwartet heute 7 Prozent Inflation

OEB-Gouverneur Robert Holzmann sagte, es sei keine Inflation zu erwarten, also hohe Inflation bei stagnierender Wirtschaft. Aber die Inflation wird die Häuser hart treffen. Denn die Reallöhne, also die inflationsbereinigten Arbeitslöhne, dürften in diesem Jahr um 2,5 Prozent und damit in einem “historisch starken” Tempo fallen. Seit den 1950er Jahren, erst 1997, damals aber aufgrund der Steuererhöhung, seien die Reallöhne so stark gesunken, sagte der Prognosechef der OeNB, Gerhard Fenz. Allerdings dürften die kumulierten Haushaltseinkommen in Österreich aufgrund des Beschäftigungsaufbaus stagnieren und die Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften sogar deutlich steigen und damit die Konjunktur stützen. Dies ist jedoch nur durch den Rückgang der Sparquote und die Ausgabe von krisenbedingten Spargeldern möglich.

Energiepreise machten zwar fast die Hälfte der Inflation aus, aber auch Lebensmittel und Industriegüter trugen mit jeweils 1,2 Prozentpunkten zur Inflation bei. Die österreichische Kerninflation ist deutlich gestiegen und wird ab 2023 der Hauptinflationstreiber sein. Die Nationalbank geht jedoch davon aus, dass die Inflationsrate in Österreich wieder auf 4,2 Prozent im Jahr 2023 und 3,0 Prozent im Jahr 2024 sinken wird; dann dürfte es in der Eurozone sogar zu einer Normalisierung um 2,1 Prozent kommen.

Inflation führt auch zu einem Schuldenabbau des Staates. Die Verschuldung soll in diesem Jahr auf knapp 80 % des BIP sinken, 2023 dann auf 75,9 % und 2024 auf 73,1 %. Der Einfluss der Inflation sei „sehr groß“, so Chefvolkswirtin Birgit Niessner. Die OeNB prognostiziert für dieses Jahr ein Budgetdefizit von 2,6 Prozent des BIP und für die Folgejahre 1,2 bzw. 0,7 Prozent.

Holzmann verteidigte die Ankündigung der EZB, die Zinsen zunächst nur um 0,25 Prozentpunkte im Juli anzuheben und dann je nach Zukunftsprognosen im September weitere Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er für einen stärkeren Schritt gewesen wäre: eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte. Auch im September würde sie für eine deutliche Zinserhöhung um mindestens 0,5 Prozentpunkte sprechen, wenn die Inflation bisher nicht deutlich gesunken ist. Aber Zinsmaßnahmen sind „eine Reise“, und wir müssen auf die Reaktion der Finanzmärkte achten. Die Märkte reagierten sehr positiv auf die gestrige Ankündigung der EZB. Schätzungen gehen von einem „ausgeglichenen“ EZB-Zinssatz von rund 1,5 Prozent aus. Wenn die Inflation anhält, sollten die Zinsen weiter steigen.

Wichtig ist jedoch, dass die Zinserhöhung nur eine von drei Maßnahmen ist, die die EZB nutzen kann. Viel wichtiger waren in den letzten Jahren Anleihekaufprogramme, die nun endgültig auslaufen.

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