„Heute ist kein einfacher Tag, es ist ein sehr emotionaler Tag“, sagte Schnaderbeck. Die Verletzung des Steirers hat mit der EM in England einen würdigen Abschluss gefunden, er hatte bereits zuvor die Rücktrittsentscheidung getroffen und auch Teamchefin Irene Fuhrmann eingeweiht. „Die Entscheidung ist in den letzten Monaten gereift und ich habe sie vor Saisonende endlich getroffen. Ich hatte das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist“, sagte der 31-Jährige.
Schnaderbeck wechselte mit 16 Jahren vom LUV Graz zum FC Bayern, für den er elf Jahre (2007-2018) spielte. Der Steirer gewann mit den Münchnern zweimal den Deutschen Meistertitel (2014/15 und 2015/16), ehe er 2018 zum FC Arsenal wechselte und in seiner ersten Saison mit den Londonern auch den englischen Meistertitel gewann. Im vergangenen Frühjahr spielte der Diplom-Wirtschaftspsychologe für Tottenham Hotspur, um sich das Training für die englische Europameisterschaft zu verdienen.
Seine Karriere wurde durch Knieprobleme gebremst. Bei seinem Pflichtspieldebüt für den FC Bayern München im Alter von 17 Jahren zog er sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und musste insgesamt acht Knieoperationen über sich ergehen lassen. „Gerade bei der Europameisterschaft bin ich oft an meine körperlichen Grenzen gegangen. Das hat viel Kraft gekostet“, gab der Verteidiger zu, der dennoch freudig resümierte: „Trotz aller Verletzungen, der schwierigen Phasen und der langen Pausen, Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf 15 Jahre Profifußball zurück. Ich durfte mit den Mannschaften unbeschreibliche Momente feiern, in München und London einige Titel holen und mit der Mannschaft Erfolge feiern.“
Der Steirer, der mit 16 Jahren sein Debüt für die Nationalmannschaft gab, konnte seit der EM 2017 nur 24 Länderspiele bestreiten, auch das Viertelfinale der EM 2022 gegen Deutschland (0:2) verpasste er. und jetzt ist nach 83 Länderspielen und zwei Toren Schluss. Er bedankte sich auch bei allen Anwesenden, von der Familie über die Nachwuchstrainer bis hin zum aktuellen Teammanager. Und vor allem „mit all meinen Kollegen, mit denen ich gelacht und Tränen geweint habe“, sagte Schnaderbeck.
Schnaderbeck und Makas wurden die 54. und 55. Mitglieder des ÖFB-Legendenclubs. Das Duo verbindet nicht nur sportliche Erfolge mit der Nationalmannschaft, sondern auch jahrelange Probleme mit Knieverletzungen. Makas zog sich bei der Euro 2017 im Viertelfinale gegen Spanien einen Kreuzbandriss zu und kam seitdem aufgrund mehrerer Verletzungen nur 22 Mal für den ÖFB zum Einsatz. Wie Schnaderbeck hat Niederösterreich immer gekämpft.
„Heute verabschiede ich mich von einem großen Kapitel meines Lebens. Seit 25 Jahren mache ich das, was mich immer erfüllt hat. Es war ein besonderer Moment, aber ich musste die Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen treffen. Aber ich bin dankbar, dass ich an zwei großartigen Veranstaltungen teilnehmen konnte, mit diesem Team, mit diesen Mädchen, die Freunde und Familie geworden sind. Es gab viele schwierige Momente, in denen ich nie alleine war“, betonte Makas den Teamgeist.
Auch Makas war fünf Jahre als Legionär in Deutschland aktiv und stürmte für den SC Freiburg und den MSV Duisburg. Im Sommer 2020 kehrte Niederösterreich in die Heimat zurück und feierte mit dem SKN St. Pölten 2020/21. Im Frühjahr beendete die 30-Jährige ihre Karriere bei Austria Wien, wo sie künftig als Beamtin tätig sein wird. Mit 19 Toren in 74 Länderspielen ist Makas der viertbeste Torschütze des ÖFB-Teams.
Schnaderbeck und Makas werden sowohl sportlich als auch menschlich eine Lücke im Team hinterlassen. „Es war ein Privileg für mich, mit zwei Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten, die den Frauenfußball so sehr geprägt haben. Sie sind zwei absolute Säulen unseres Erfolgs der letzten Jahre“, erklärte Fuhrmann. Der Teammanager hofft, dass ihre „Stimmen nicht verstummen werden. Ich hoffe, Sie werden Sport und Fußball voranbringen und eine Stimme für Chancengleichheit und Vielfalt in der Gesellschaft sein.“
Verbandspräsident Gerhard Milletich war „wehmütig, wenn zwei dieser Persönlichkeiten ihre Karriere beenden. Sie haben viel für den Frauenfußball getan, ich kann Ihnen zu Ihrer Karriere nur gratulieren. Sie waren Vorbilder“, sagte der Vorstand VON B.