Vermögen des ehemaligen Raiffeisen-CEO gesperrt
Das Dorf Vincenz in Morcote geht unter den Hammer
Pierin Vincenz braucht Geld. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil werden ihre Konten und andere Besitztümer gesperrt, einschließlich ihrer Villen. Trotzdem versucht er, die Häuser loszuwerden. Mit Ihrer Villa in Morcote TI geht es jetzt noch einen Schritt weiter.
Die Villa von Pierin Vincenz (66) in Morcote TI bietet Seeblick und hat eine Seefassade mit eigenem Bootshaus. Aber es bricht zusammen und muss repariert werden. Das berichtet zumindest die „SonntagsZeitung“. Trotz des Zustands sieht es so aus, als hätte Vincenz einen Käufer für das Haus gefunden. Die Zeitung schreibt, dass er für 4,8 Millionen Franken den Besitzer wechseln werde.
Das einzige Problem ist, dass es immer noch kein endgültiges Urteil gegen Vincenz gibt. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte ihn im April unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Doch Vincenz’ Anwalt hat Revision angekündigt. Bis zu einem endgültigen Prozess ist Vincenz’ Eigentum eingesperrt, einschließlich seiner Häuser.
Peter Spuhler wartet auf Geld
Die sogenannten Eigentumsregistrierungsschlösser sind auf den Immobilien, sie können nur nicht den Besitzer wechseln. Nun wurde jedoch beim Bezirksgericht Zürich ein Antrag auf Aufhebung dieser Sperre auf dem Grundstück von Vincenz in Morcote eingereicht. Das bestätigte das Gericht auf Nachfrage von Blick. Wie lange eine Entscheidung dauert oder welche Erfolgsaussichten bestehen, kann nicht ermittelt werden. Nur so viel ist klar: Wenn Vincenz sein Dorf verkaufen darf, wird er selbst nicht viel davon haben.
Zum einen, weil auf der Villa eine Hypothek steht. Raiffeisen verdiente beim Kauf im Jahr 2015 rund 4 Millionen Franken, ein grosser Teil des Verkaufspreises würde also direkt an die Bank gehen. Wechselt das Dorf hingegen den Besitzer, wandert das restliche Geld nicht in die Tasche von Vincenz, sondern auf ein Sperrkonto. Eines Tages wird es an seine Gläubiger verteilt. Darunter Stadler-Rail-Mäzen Peter Spuhler (63), der Vincenz einst 6,5 Millionen Franken lieh. Dölf Früh (70), ehemaliger Präsident des FC St. Gallen, wartet ebenfalls auf die Rückzahlung von 4,3 Millionen.
Auch diese beiden können den Korken nicht brechen, wenn das Dorf verkauft wird – sie sind das Schlusslicht der Gläubiger-Rangliste. Erstens wird das Vermögen von Vincenz verwendet, um seine Schulden gegenüber dem Staat zu begleichen, zum Beispiel für das Gerichtsverfahren.
Die Villa in Teufen steht ebenfalls zum Verkauf
Vincenz und seine Ex-Frau Nadja Ceregato (51) sollen das Dorf Morcote für 6,5 Millionen Franken gekauft haben. Warum es jetzt für nur 4,8 Millionen verkauft werden soll, ist noch offen. Vincenz’ Anwalt Lorenz Erni (72) sagt nur: Kein Kommentar.
Der Verkauf von Vincenz-Immobilien in Teufen AR wird wahrscheinlich viel lukrativer sein als in der Stadt Morcote. Die Luxusimmobilienmaklerin Ginesta sucht seit vergangener Woche nach einem Käufer, wie der Blick mitteilte. Das Haus kostet mehr als 12 Millionen Franken. Davon lassen sich die Anwohner offenbar nicht beeindrucken: In der Region wird das Dorf Vincenz spöttisch „Betonschloss“ genannt. (sfa)